Stell dir vor, du bist plötzlich reich.

Camilla/ April 26, 2014/ Vom guten Leben

Jochen Mai von der Karrierebibel ruft zu einer Blogparade auf – mit der Frage: Was würden Sie mit einer Million Euro machen?.

Gute Frage. Und eine, zu der ich so viel zu sagen habe, daß ich dort nicht nur kommentieren wollte.

Ich lebe zur Zeit sehr sparsam und von ausgesprochen wenig Geld. Das war bisher eher der Normalzustand in meinem Erwachsenenleben als ein vorübergehender Zustand. Deshalb sind meine Wünsche wohl recht bescheiden und geprägt von dem, was ich als Mangel empfinde; Dinge, die möglicherweise für wohlhabende Menschen vollkommen selbstverständlich sind. Und ich habe eine Menge Wünsche, die alle mit Geld zu tun haben und sich allesamt mit wesentlich geringeren Summen realisieren ließen.
Wahrscheinlich stünde ich da und wäre erst einmal extrem unschlüssig, welche materielle Baustelle ich zuerst angehen soll.

Zuallererst würde ich eine fette Party schmeißen! OK, vielleicht eine mit der Familie und den engsten FreundInnen. Aber gefeiert werden müßte das, schließlich würde es einiges ändern.

Bis ich für mich sortiert habe, welche diese Wünsche für mich am wichtigsten sind, würde das Geld wohl irgendwo sicher – aber jederzeit verfügbar – angelegt.

Rücklagen zu behalten, wäre mir auf jeden Fall wichtig – ohne Netz und doppelten Boden habe ich lange genug gelebt, das zehrt einfach an den Nerven.

Fest steht für mich auch: Ich will weiterhin erwerbstätig sein. Ob ich das allerdings in der bisherigen Form wollen würde oder eher in einer anderen – das zu entscheiden, dazu würde ich mir dann Zeit nehmen.
Vielleicht nähme ich mir erst einmal ein Sabbatical. Vielleicht würde ich mich weiterbilden und mich selbständig machen. Ja, einen radikalen Kurswechsel halte ich nicht für ausgeschlossen!

Ganz wichtig ist das Musikmachen für mich, und hier würde es mich nicht nur reizen, Equipment oder Instrumente anzuschaffen, sondern vor allem, guten Unterricht zu nehmen. Gesangsunterricht war ein „Luxus“, den ich mir (vom Unterricht in meiner Jugend und vom Opernstudium abgesehen) etwa zwei Jahre lang geleistet habe und der mir zur Zeit wirklich fehlt.

Reisen wäre auf jeden Fall auch ein Thema: und sei es, die Familie und FreundInnen in ganz Deutschland und Österreich zu besuchen. Weltreise? Erst danach.

Und eine weitere Sache: Wohneigentum ist derzeit für mich nicht an der Reihe. Dazu kann sich in meinem Leben noch zuviel ändern. Höchstens meine vier Wände einmal gründlich hübsch machen und neu einrichten, das wäre schon dran. Vielleicht sogar eine größere Wohnung (die derzeitigen 27 qm sind ein wenig beengt).

Ein schickes Auto? Nicht zwingend; in Freiburg lebt es sich gut ohne Auto. Aber einen Führerschein würde ich auf alle Fälle endlich machen. Und mir ein besseres Fahrrad kaufen.

Würde ich viel spenden? Noch an Ostern frotzelte ich mit meiner Schwester: „Also, wenn ich Geld wie Heu hätte, dann würde ich morgens erst einmal durch Crowdfundingplattformen wie Kickstarter, Gofundme, Startnext, Indiegogo etc. surfen und schauen, welches Projekt ich heute unterstützen will.“ Ansonsten würde ich darauf achten, an Gruppen zu spenden, in denen ich Leute persönlich kenne.

Außerdem wäre es mir wichtig, meine kulturschaffenden FreundInnen zu unterstützen, indem ich ihre Werke kaufe.

Aber vielleicht täte ich auch etwas ganz anderes mit dem Geld – wahrscheinlich gibt es da etliche Ideen, auf die ich jetzt gar nicht komme.

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