Ganz persönlich: Was habe ich für 2013 vor?

Camilla/ Januar 3, 2013/ persönlich

2012 war ein alles andere als tolles Jahr für mich. Gesundheitlich ging’s nicht gut, im Beruf habe ich mich zuletzt überhaupt nicht mehr wohl gefühlt – nur mit der Musik ging es voran. Für vieles andere fehlte die Energie (und nicht, weil ich so viel Energie ins Musikmachen gesteckt hätte; im Gegenteil, das Musikmachen half mir, bei Verstand zu bleiben) und das Leben fühlte sich insgesamt an, als würde ich ständig gegen Hindernisse rennen oder gegen eine Strömung anschwimmen. Da ging es mal aufwärts und wumms, kam die nächste Sache, die mich aus der Bahn geworfen hat.

Für dieses Jahr habe ich keine guten Vorsätze. Aber ich habe was vor: ich will ein neues Zuhause finden.

Denn: Ich fühle mich in Berlin nicht mehr wohl. Berlin war der richtige Ort, als ich 1998 herkam, um zu studieren. Berlin war der richtige Ort, als mir Subkulturen und Nachtleben wichtig waren, als ich noch glaubte, ein ausgesprochener Stadtmensch zu sein und die Metropole als Biotop zu brauchen. Aber Berlin hat sich verändert und ich habe mich verändert. Heute ist mir Nachtleben weniger wichtig als die tollen Momente mit FreundInnen am Lagerfeuer. Natur wird mir immer wichtiger. Heute sind meine wesentlichen FreundInnen über ganz Deutschland verstreut, mit Schwerpunkten neben Berlin bei Aachen und in Südwestdeutschland. Es wird mir immer wichtiger, meine Familie (die schwerpunktmäßig in Süddeutschland lebt) und meine beste Freundin (die im Saarland wohnt) öfter als zweimal im Jahr sehen zu können. Ganz zu schweigen davon, daß ich mit jedem Mal, das ich die Gegend südlich von Frankfurt am Main und westlich vom Schwarzwald besuche, deutlicher merke, wie sehr Landschaft, Klima und Mentalitäten einen Einfluß darauf haben, ob ich mich in einer Gegend dauerhaft zuhause fühlen kann oder nicht; jedesmal, wenn ich auf dem Weg nach Süden durch Frankfurt am Main gefahren bin, stellt sich ein Gefühl von Heimkommen ein.

Natürlich wird das eine Umstellung von der ausgesprochen urbanen Umgebung in Berlin, wo ich davon ausgehen kann, daß es alles gibt (sei es Kulturangebot, politische Initiativen, Gelegenheiten, Menschen zu treffen, öffentlicher Nahverkehr oder Geschäfte) und wo ich zur Not am Samstagabend um 23 Uhr noch einmal zum nächsten Supermarkt losziehen kann, auf eine weniger großstädtische Umgebung; denn nach Hamburg oder München zieht es mich ja gerade nicht. Dafür erhoffe ich mir Anderes und Neues. Und manchmal denke ich auch, der Weltstadtcharakter von Berlin wird überschätzt und die BerlinerInnen sehen nicht, daß auch außerhalb ihrer Stadt intelligentes Leben existiert.

Damit einher geht, daß ich eine neue Stelle finden will. Ich habe in den letzten Jahren immer mal wieder darüber nachgedacht, ob denn angestellt sein für mich die einzige mögliche Form von Berufstätigkeit ist. Ich kenne selbständige Arbeit aus meiner Familie – meine Großmutter mütterlicherseits hat Anfang der 70er ein kleines Unternehmen gegründet, das bis heute besteht, mit dem ich praktisch aufgewachsen bin. Ich weiß also, was „selbst und ständig“ arbeiten heißt. Langfristig ist das für mich nicht ausgeschlossen. Zur Zeit – mit der Perspektive auf die nächsten zwei bis fünf Jahre – sind jedoch die Sicherheit und die Planbarkeit, die so ein Angestelltenverhältnis bietet, sehr attraktiv für mich.

Und darum bin ich jetzt auf der Suche. Irgendwo zwischen Frankfurt am Main und Basel, zwischen dem Schwarzwald und dem Saarland wartet sicher eine spannende, erfüllende, sinnvolle Aufgabe auf mich. Wie genau ich dieses Neue definieren soll, darüber denke ich (typisch Geisteswissenschaftlerin, typisch Generalistin) noch nach; vielleicht findet es ja auch mich und vielleicht ist es etwas, an das ich jetzt gar nicht denken würde.

Und jetzt schaue ich mal, was ich heute Neues lerne.

Frohes neues Jahr Euch allen!

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2 Kommentare

  1. auch an dieser Stelle noch einmal: ich bedauere es sehr, dass du uns hier in Berlin wohl „verloren“ gehst… gleichzeitig kann ich aber nachvollziehen, dass Berlin eben nicht die erhoffte Heimat geworden ist und wünsche dir alles erdenklich gute für diesen vielleicht nicht ganz einfachen Schritt 🙂

  2. Ganz aus der Welt bin ich dann ja auch nicht, ich sehe ja bei so einigen Ex-Berliner FreundInnen, daß sie immer mal wieder in Berlin sind.

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