Tag Archive for 'Zeit'

Produktiv mit Papier: Die vorläufige Bilanz

Seit bald einem halben Jahr nutze ich fast ausschließlich Papier für mein Zeitmanagement. Zeit für eine (vorläufige) Bilanz: Mein Setup hat sich im wesentlichen nicht verändert (außer, daß ich den Archiv-Teil abgeschafft habe und erledigte Agenda-Kärtchen gleich wegwerfe); ich nutze nach wie vor einen Karteikasten, einen Hipster PDA und einen Taschenkalender.

Was hat sich verändert?
Ich bin weniger perfektionistisch. Ab und zu entgeht mir tatsächlich etwas, aber das ist nicht schlimm, da ich mich im Großen und Ganzen entspannter fühle; vor allem die Zen To Done-Empfehlung, nur die drei wichtigsten Aufgaben des Tages festzulegen, ist eine großartige Entlastung. Nicht, daß ich dann nicht trotzdem jede Menge Kleinigkeiten nebenbei erledige; aber durch den Fokus auf “wichtigste”, nicht unbedingt dringlichste Aufgaben fühle ich mich gleichzeitig fokussierter.

Zeit für den wöchentlichen Rückblick zu finden, bleibt anstrengend (wen wundert es: 40-Stunden-Job plus Schreiben für imgriff.com sind viel). Auch an der Balance zwischen dem “Zeug, das so anfällt” und dem großen Überblick arbeite ich noch – und an der gesamten Work-Life-Balance ohnehin. Continue reading ‘Produktiv mit Papier: Die vorläufige Bilanz’

Das Gründungsdokument der Schreibstube

Ich hatte den Gedanken schon länger: Meine “Schreibstube” wurde ja aus einem einzigen Forenbeitrag geboren. Ich glaube, auf dem ursprünglichen Forum ist er längst nicht mehr vorhanden. Diesen Beitrag wollte ich gern mit Euch teilen. Hier ist er – Usernamen habe ich ausgelassen:

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Links zum Wochenende

Tatsache: Den von mir so geschätzten Kurzzeitwecker gibt es auch als Webanwendung, und zwar bei e.ggtimer.com. Wer lieber ein Windows-Desktop-Programm benutzt, dem hilft vielleicht der TeaTimer von Martin Röll weiter.

Ich verwende trotzdem weiter meine treue Eieruhr. Die hat einfach das penetrantere Piepen und vom Monitor wegsehen zu müssen, um sie auszustellen, hat einen deutlicheren unterbrechenden Effekt.

Schönes Wochenende!

Ein Plädoyer für das JETZT

“Wenn du erst dein Studium abgeschlossen hast und in Lohn und Brot bist, wird alles gut”, sagten mir während meines Studiums enge Verwandte, um mich über Durststrecken hinwegzutrösten. Was lieb gemeint war, hinterließ bei mir einen bitteren Nebengeschmack: ich wußte, daß mit dem Studienabschluß eben nicht alles in trockenen Tüchern sein würde, und die Festanstellung ist längst kein Garant für Wohlstand mehr. Zudem beeinträchtigten manche von diesen Sorgen mein Studium auch. Nun kann ich diesen (mir sehr lieben) Menschen zugute halten, daß sie aus einer Generation stammten, in der Berufstätigkeit und vor allem eine Festanstellung, namentlich als Akademiker, noch eher und zuverlässiger zu materieller Sicherheit führte als heute. Doch die Logik des “Entweder oder” dahinter – entweder es geht mir jetzt gut ODER später – hat mir schon immer mißfallen. Zudem bin ich kein Mensch, der sich allzu lang mit vagen Hoffnungen auf eine schöne Zukunft vertrösten läßt.

Sehen wir einem ins Auge: Die Zukunft ist unsicher. Sie kommt selten so, wie wir uns das vorher vorgestellt haben. “Wenn ich erst XY habe, wird alles gut” ist eine Illusion. Nach dem Studienabschluß kommt vielleicht erst einmal eine längere Jobsuche, bin ich fest angestellt, habe ich da vielleicht Sorgen mit Kunden oder Kollegen; mache ich mich selbständig, erweist sich  meine Geschäftsidee vielleicht nicht als tragfähig genug; habe ich eine tolle Wohnung gefunden, ist sie vielleicht renovierungsbedürftig. Habe ich eine/n Partner/in gefunden, den/die ich liebe, gibt es vielleicht bei aller Liebe auch Streit und Konflikte. Aber das Schöne an all diesen möglichen zukünftigen Kümmernissen ist: es ist vollkommen müßig, sich den Kopf darüber zu zerbrechen. Sie können eintreffen, müssen das aber nicht, und kein Mensch kann allen negativen Entwicklungen zuvorkommen. Sorgen kommen und gehen – in jeder Lebenssituation.

Das Jetzt ist der einzige Moment, in dem ich tatsächlich etwas tun kann und auch der einzige Moment, in dem ich das Leben genießen kann. Dabei gibt es kein Entweder-Oder: Vieles, was mich Zielen wirklich näher bringt, tue ich genau wegen dieses Wissens mit Freude. Ziele sind für mich inspirierend und geben mir Richtung, aber wer hält nicht auf einer Wanderung einmal inne und genießt die Aussicht?

In diesem Sinne: genießt Euer Leben – und verzeiht mir diesen pathetischen Ausbruch: das wollte ich mal loswerden.

Zeitmanagement mit Papier und Stift: Die Details

Da ich neulich über meinen Selbstversuch, meine Agenda analog zu verwalten, schrieb, will ich hier einen Zwischenstand geben und Euch berichten, wie ich das in ein System umgesetzt habe.
Die beiden Herzstücke meines Setups sind ein kleiner Karteikasten und ein reichlicher Packen Karteikarten im Format A7. Das Format habe ich gewählt, weil ich früher mit A6 gearbeitet habe und sich diese Karten als zu groß erwiesen haben. Ich konnte darauf zu viele Aufgaben notieren. Das kleinere Format zwingt mich zu mehr Fokussierung, außerdem paßt es in die Gesäßtasche einer Jeans.
Ein kleines Bündel dieser Karteikarten nehme ich täglich mit, zusammgehalten mit einer großen Aktenklammer. Auf eine Seite des Stapels kommt eine Karte mit dem Datum und den drei wichtigsten Aufgaben (die ich am Abend vorher, spätestens aber morgens festlege), auf der anderen Seite notiere ich im Lauf des Tages Einfälle, sei das ein Buch, das ich aus der Bibliothek leihen will, eine Einkaufsliste, eine Aufgabe oder ein Stichwort für ein Artikelthema.
Abends kommt der Karteikasten zum Einsatz. Als ich ihn kaufte, waren alphabetische Registerkarten dabei, mit denen ich ein paar Fächer gebildet habe: Continue reading ‘Zeitmanagement mit Papier und Stift: Die Details’

Die Abendroutine – stressfrei in den nächsten Tag

Ivan Blatter beschreibt auf imgriff.com, wie er in den Tag startet. Morgenroutinen wie Ivans sind, zugegeben, hilfreich, doch ich finde, der Start in den Tag fällt leichter, wenn man sich am Abend zuvor vorbereitet hat: man muß morgens nicht mehr so viel erledigen, hat alles griffbereit und braucht nicht so viel Zeit und Energie für den Start in den Tag. Darum halte ich eine gute Abendroutine für mindestens ebenso wichtig wie die Morgenroutine. Zusätzlich erleichtert ein Abendritual das “Abschalten”: statt bis zum Umfallen zu arbeiten, erschöpft ins Bett zu fallen und dann eventuell nicht einschlafen zu können, weiß ich, jetzt ist der Tag abgeschlossen, ich kann das “Tagesgeschäft” hinter mir lassen, mir etwas Zeit ganz für mich nehmen und sanft landen.

Mir persönlich fällt auch das Aufstehen leichter, wenn ich weiß, daß alles vorbereitet ist: ich brauche nur in die vorbereiteten Kleider zu schlüpfen, mein Rucksack steht gepackt im Arbeitszimmer, statt hektisch Dinge zusammenzusuchen und in der Eile doch die Hälfte zu vergessen, habe ich Zeit, in aller Ruhe eine Tasse Kaffee zu trinken, zu frühstücken und in den Tag hineinzukommen.

Dementsprechend erledige ich vieles schon abends:

  • den morgigen Tag in Gedanken vorbereiten, z.b. was habe ich vor, wohin gehe ich, was muß ich mitnehmen, optimalerweise lege ich die drei wichtigsten Aufgaben des Tages fest.
  • Tasche packen
  • Kleider für den nächsten Tag bereitlegen (ich habe eine meistens flexible Garderobe, alternativ könnte man den Wetterbericht beherzigen)
  • ggf. Medikamente, Nahrungsergänzung o.ä. bereitlegen
  • ein Glas Wasser auf den Nachttisch stellen (ich trinke gern gleich nach dem aufwachen ein Glas Wasser)
  • Zähne putzen

Da ich, wenn, dann ohnehin abends Sport treibe und mir gern Zeit für meine Körperpflege nehme, dusche ich auch immer abends. Das ist jedoch Geschmackssache.
Wenn ich alles vorbereitet habe, nehme ich mir noch ein wenig Zeit für mich, um mich zu entspannen, Tagebuch zu schreiben oder ein wenig zu lesen, bevor ich schlafen gehe.
Das ist meine Routine – für jeden mag sie anders aussehen, wichtig ist, daß dieses Abendritual immer einigermaßen gleich abläuft, damit es “auf Autopilot” funktioniert.

Selbstbeobachtung als Grundlage der Planung

In den letzten Jahren meines Studiums führte ich ein Arbeitstagebuch, in dem ich festhielt, was ich wann an welchem Ort gemacht habe, mit ein, zwei Worten zum Gefühl dabei und zur Zufriedenheit. Das half mir erstens gegen das “Ich hab gar nix getan!”-Gefühl und zweitens konnte ich damit feststellen, wann und wo ich am besten arbeite, wieviel Arbeitszeit ich realistischerweise in einem Tag unterbringen kann, ohne mich kaputtzumachen, was wieviel Zeit in Anspruch nimmt und welche Arbeiten ich tendenziell am längsten vor mir herschiebe – also zusammenfassend: es erlaubte mir, mein Arbeitsverhalten zu analysieren und dementsprechend auch realistischer zu planen. Continue reading ‘Selbstbeobachtung als Grundlage der Planung’




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