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	<title>Camilla Kutzners Schreibstube&#187; Studium</title>
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	<description>Ein Blog über lustvolles und effektives Studieren, Schreiben und Arbeiten</description>
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		<title>Akademischer Workflow mit Freier Software</title>
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		<pubDate>Fri, 06 May 2011 06:25:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>camilla</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Moritz Fürst hat vor gut einem Jahr seinen akademischen Workflow beschrieben. Ich habe mir vor einiger Zeit vorgenommen, das einmal auf mein Linux-System abzubilden. Einige Programme, die ich erwähne, gibt es auch für Windows, die Systemtools sind jedoch Linux- ...
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Moritz Fürst hat vor gut einem Jahr seinen <a href="http://moritz-fuerst.com/tools-for-thought-managing-your-digital-academic-workflow/">akademischen Workflow</a> beschrieben. Ich habe mir vor einiger Zeit <a href="http://ckutzner.posterous.com/tools-fur-den-akademischen-workflow">vorgenommen</a>, das einmal auf mein Linux-System abzubilden. Einige Programme, die ich erwähne, gibt es auch für Windows, die Systemtools sind jedoch Linux- oder sogar GNOME-spezifisch.</p>

<p>Recherche, Strukturieren und Schreiben sind in meinem Prozeß sich abwechselnde und aufeinander aufbauende Schritte. Ausgangspunkt meiner Arbeit ist meistens eine <strong>Mindmap</strong> mit ersten Ideen zu einem Thema, einem ersten Entwurf der Fragestellung, die sich natürlich verfeinert und/oder eingrenzt, je mehr ich mich in ein Thema einlese. Nach einer ersten Recherche- und Lesephase verändert sich diese vorläufig entworfene Struktur natürlich, es tun sich neue Aspekte der Fragestellung auf, die einen neuen Recherchevorgang anstoßen undsofort. Da ich die Neigung habe, so viel zu lesen, daß ich das Material hinterher nur noch unter Schwierigkeiten in Textform strukturieren kann, fange ich möglichst früh mit den ersten Textteilen an, die ich dann bei Bedarf neu arrangiere. 
Der Einfachheit halber unterteile ich meinen Arbeitsprozeß jedoch analog zu Moritz&#8217; Ansatz:</p>

<h3>Research/Recherce</h3>

<p>Für das Sammeln von Material verwende ich den <a href="http://zettelkasten.danielluedecke.de/">Zettelkasten von Daniel Lüdecke</a>. Zwar ist auch <a href="http://evernote.com">Evernote</a> ein tolles Werkzeug, das Schöne am Zettelkasten ist die &#8220;Schreibtisch&#8221;-Funktion, mit der ich Ideen zu einem bestimmten Schlagwort kompilieren kann. Ferner unterstützt der Zettelkasten Quellenangaben. Zur Literaturrecherche greife ich direkt zu den Bibliotheks(meta)katalogen oder ganz schnöde Google Books und erfasse die Quellen mit <a href="http://zotero.org">Zotero</a>. <span id="more-452"></span></p>

<p><strong>Exzerpte</strong>
Meine Exzerpte landen gerne ebenfalls im Zettelkasten. Dabei ist das großzügige <strong>Verschlagworten</strong>, das mir später beim Strukturieren des Materials hilft, wichtig. Zu meinen Windows-Zeiten habe ich Exzerpte und Zitatensammlung gleich in <a href="http://www.citavi.com/">citavi</a> gemacht. Will ich andere teilhaben lassen oder gar mit anderen gemeinsam arbeiten, verwende ich <a href="http://openetherpad.org/">Openetherpad</a>. Zur <strong>Technik des Exzerpierens</strong> habe ich vor einiger Zeit auf imgriff.com etwas geschrieben: <a href="http://imgriff.com/2010/07/12/zuverlaessig-zusammenfassen-exzerpte-fuer-studium-und-schule/">Zuverlässig zusammenfassen: Exzerpte für Studium und Schule</a>.</p>

<p><strong>Bibliographie</strong>
Wenn es ein Programm gibt, das ich unter Linux vermisse, dann ist es citavi. Da hilft mir wine leider nicht. Derzeit verwende ich für meine Bibliographie <strong>zotero</strong>. Das ist zwar nicht ganz so mächtig und nicht so sehr &#8220;ein Werkzeug, sie alle zu knechten&#8221;, aber für die Kernfunktion Literaturverwaltung ist es prima.</p>

<p><strong>Dateiverwaltung</strong>
Um Überblick zu halten, habe ich mich früher auf hierarchische Dateiorganisation verlassen und exzessiv den Windows Explorer bemüht. Mit meinem Umstieg auf Linux hat sich eine andere Strategie ergeben: Ich verwende inzwischen mehr die <strong>Suchfunktion</strong> von <a href="http://do.davebsd.com">Gnome Do</a>, die Dateisuche von Gnome oder das Kommandozeilen-Programm locate.</p>

<h3>Process/Material verarbeiten</h3>

<p>Nicht jede_r, der/die schreibt, geht so sehr von Struktur aus wie ich. Mein Ausgangspunkt für die meisten Texte ist, wie oben erwähnt, eine <strong>Mindmap</strong>, aus der, wenn das Ideengebäude einigermaßen Gestalt angenommen hat, via Exportfunktion das Skelett eines OpenOffice-Dokuments wird. Mein Lieblingstool dafür ist <a href="http://freeplane.sourceforge.net/">freeplane</a> geworden, zum einen, weil es relativ schnörkellos ist und doch alles kann, was ich von einem Mindmapping-Programm erwarte; zum anderen, weil es eine sehr komfortable Funktion für den Export nach OpenOffice bietet.
Für kollaborative Zwecke bietet sich <a href="http://www.mindmeister.com/?r=621">Mindmeister</a> (Affiliate-Link) an (mit einem freien Account kann man bis zu drei Mindmaps verwalten).</p>

<h3>Draft/Entwurf</h3>

<p>Im Stadium des &#8220;Drauflosschreibens&#8221; verwende ich gern <strong>OpenOffice</strong>. Wenn ich es störungsfreier brauche (und mir der Vollbildmodus von OpenOffice nicht reicht), verlasse ich mich auf <a href="http://pyroom.org">PyRoom</a> bzw. auf Windows-Systemen <a href="http://they.misled.us/dark-room">DarkRoom</a>. Manchmal ist mir aber auch nach dem guten alten <a href="http://vim.org">vim</a>.
Ein wichtiger Schritt ist, Ideen aus dem Zettelkasten in den Text einzupflegen. Das gehe ich dann an, wenn der Text wenigstens eine vorläufige inhaltliche Struktur hat; die Suchfunktion und die Schreibtisch-Funktion helfen mir dabei, die beim Materialsammeln erfaßten Zitate und &#8220;ins Unreine geschriebenen&#8221; Ideen zu sortieren.
Mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/LaTeX">LaTeX</a> freunde ich mich gerade erst zaghaft an. Der Editor <a href="http://lyx.org">LyX</a> ist hier sehr einsteigerfreundlich und vor allem strukturorientiert, außerdem arbeitet Zotero über das Firefox-Addon <a href="https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/lyz/">LyZ</a> damit zusammen.</p>

<h3>Polish/Endredaktion</h3>

<p>Über die <a title="Mehr als Korrekturlesen: Vier Schritte zur Endredaktion eines Textes" href="http://www.camilla-kutzner.de/blog/2008/10/mehr-als-korrekturlesen-vier-schritte-zur-endredaktion-eines-textes/">vier Schritte zur Endredaktion eines Textes</a> habe ich ja bereits etwas geschrieben. Als Werkzeuge dafür setze ich neben der recht brauchbaren Rechtschreibprüfung von OpenOffice die guten alten Kommandozeilentools <a href="http://dsl.org/cookbook/cookbook_15.html#SEC220">diction und style</a> ein, um meine sprachlichen Stereotypen unter Kontrolle zu halten. <code>wc -w</code> hilft mir, die Länge eines Textes im Blick zu behalten.</p>

<p><strong>Formatvorlagen</strong>, insbesondere für Absätze, richte ich von Anfang an ein und benutze sie im Verlauf der Arbeit mit OOo konsequent, statt Text &#8220;einzeln&#8221; zu formatieren. (Letzteres habe ich, einschließlich manuellem Numerieren von Überschriften, leider bei vielen FreundInnen und KommilitonInnen gesehen!) Sollte mir dann beim &#8220;Polieren&#8221; einfallen, daß ich statt Arial vielleicht lieber Garamond für meine Überschriften verwenden möchte oder der Zeilenabstand in Zitaten statt genau einer Zeile besser 1,15 Zeilen betragen sollte, ist das mit wenigen Mausklicks umgestellt. Arbeite ich mit Plain Text (weil z.B. der Artikel ohnehin online erscheinen soll), entfällt dieser Schritt natürlich, und in LaTeX bin ich ohnehin genötigt, Absatzstile zu verwenden.
Es sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, aber ich betone es zur Sicherheit: Es ist eine sehr gute Idee, <strong>Arbeiten als PDF zu exportieren</strong>. OpenOffice kann das von Haus aus, neue Versionen von Word auch. Unter Word/Openoffice ist nämlich nicht gesichert, daß z.b. auf allen Computern ein Bild am selben Platz steht, ein PDF sieht jedoch immer gleich aus. Darum habe ich mir bereits im Studium angewöhnt, PDF von meinen Arbeiten zu erzeugen und dann dieses PDF zu drucken. Als ich meine Magisterarbeit drucken ließ, war man mir im Copyshop recht dankbar dafür. Für komplexere Layouts bietet sich <a href="http://www.scribus.net/canvas/Scribus">Scribus</a> an.</p>
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		<title>Work in progress: Phasen einer wissenschaftlichen Arbeit</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Apr 2011 18:45:17 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[In der Literatur über das Schreiben wird der Prozeß des Schreibens höchst unterschiedlich strukturiert. Die Anzahl geht von vier Phasen (Lutz von Werder) bis zu sieben (Otto Kruse).
Nun sind die Übergänge von einer Phase in die nächste natürlich fließend, ...
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			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Literatur über das Schreiben wird der Prozeß des Schreibens höchst unterschiedlich strukturiert. Die Anzahl geht von vier Phasen (Lutz von Werder) bis zu sieben (Otto Kruse).
Nun sind die Übergänge von einer Phase in die nächste natürlich fließend, manchmal stellt man schon im weit fortgeschrittenen Prozeß der Textentstehung fest, daß man ein bestimmtes Werk noch einmal genauer auseinandernehmen muß oder gar: daß man für eine bestimmte Präzisierung noch einmal recherchieren muß; daß man vielleicht ein Kapitel anders strukturieren muß oder oder oder. Grundsätzlich ist es aber sehr sinnvoll, eine längere Arbeit im vorhinein zu strukturieren und zeitlich zu planen, wie vorläufig auch immer. Ich gehe ja auch nicht ohne Etappenplanung, Landkarte, Uhr und Kompaß los, um einen Sechstausender zu besteigen.
Ich arbeite gerade an einer Artikelserie zu diesem Thema und da ich für mich nie der Weisheit letzten Schluß gefunden habe, wenn es um die Struktur meines Arbeitsprozesses ging, bin ich mir auch gerade nicht so schlüssig, wie ich die Serie unterteilen soll. Mein eigener Arbeitsprozeß neigt dazu, hochgradig iterativ zu sein und etliche Schleifen von Ideensammlung, Recherche, Materialauswertung, Strukturierung und Schreiben zu durchlaufen. Das ist in meiner Situation &#8211; ich kann recht frei gestalten, was und wann ich schreibe &#8211; praktikabel, unter den Bedingungen eines Studiums vielleicht deutlich weniger.
Darum mal wieder eine Frage an Euch, liebe LeserInnen: Wenn Ihr (wissenschaftlich) schreibt &#8211; wie strukturiert Ihr Euren Arbeitsprozeß?</p>
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		<title>Vorlesungsfreie Zeit = Hausarbeitenzeit?</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Aug 2010 16:28:20 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Eigentlich sitze ich gerade noch ein wenig angekränkelt auf dem Sofa, Netbook auf dem Schoß, eine Kanne Kräutertee in Griffweite. Uneigentlich schoß mir gerade eine Idee durch den Kopf, die ich ganz ins Unreine aufgeschrieben habe.

Ich will mal wieder ...
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich sitze ich gerade noch ein wenig angekränkelt auf dem Sofa, Netbook auf dem Schoß, eine Kanne Kräutertee in Griffweite. Uneigentlich schoß mir gerade eine Idee durch den Kopf, die ich ganz ins Unreine aufgeschrieben habe.</p>

<p>Ich will mal wieder für einen geplanten Artikel etwas wissen. Nämlich: Sind die sogenannten Semesterferien (ein Begriff, den ich für irreführend halte, denn auch in der vorlesungsfreien Zeit arbeiten meiner Erfahrung nach viele Studenten für das Studium und oft noch viel mehr für die Studienfinanzierung), korrekter: ist die <strong>vorlesungsfreie Zeit</strong> zwischen dem Ende der Vorlesungszeit und dem Beginn des nächsten Semesters noch immer <strong>&#8220;Hausarbeitenzeit&#8221;</strong>?</p>

<p>Hier ein twtpoll dazu:
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<script src="http://twtpoll.com/badge/?twt=9lf7y2&#038;b=1" type="text/javascript"></script>
<span id="more-381"></span>Ich frage nicht nur, weil mein Studienabschluß inzwischen fast drei Jahre zurückliegt und bereits gut ein Jahr davor der Ausnahmezustand einer sich hinziehenden Prüfungsphase war. Ich gehöre auch zur letzten Generation derer, die noch auf Magister studiert haben, was wohl einen etwas anderen Studienalltag als das Bachelor-/Master-System mit sich brachte. Und ich weiß nicht, wie sehr sich der Unialltag seither verändert hat.</p>

<p>Darum also die Frage an die Studierenden unter meinen LeserInnen: Gibt es sie überhaupt noch so häufig, die typische studentische Seminararbeit, die man eigentlich erst zwischen Ende der Vorlesungszeit und Ende des Semesters so richtig angeht? Gibt es noch Dozenten, die Arbeiten für ein Seminar vor einem Jahr annehmen? Oder weht mittlerweile ein strengerer Wind? Vor allem jedoch: <strong>Wann schreibt Ihr Eure Arbeiten?</strong></p>

<p>Falls HochschuldozentInnen unter meinen LeserInnen sind: Gibt es an Euren Instituten diese Form des Leistungsnachweises (noch)? Und wenn ja, wann legt Ihr die Deadlines und wann bekommt Ihr den Löwenanteil der Arbeiten in der Regel eingereicht?</p>
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		<title>Lohnt sich der Nebenjob? Einige Gedanken zu Studentenjobs</title>
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		<pubDate>Sun, 30 May 2010 14:14:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>camilla</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[einkommen]]></category>
		<category><![CDATA[geld]]></category>
		<category><![CDATA[nebenjob]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich habe einen großen Teil meiner Studienzeit nebenher, manchmal auch fast halbtags, gejobbt. Und ich weiß, daß man nicht immer die Wahl hat, daß vielleicht sogar ein großer Teil der jobbenden Studenten hart darum kämpfen, überhaupt einen Job abzugreifen. ...
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe einen großen Teil meiner Studienzeit nebenher, manchmal auch fast halbtags, gejobbt. Und ich weiß, daß man nicht immer die Wahl hat, daß vielleicht sogar ein großer Teil der jobbenden Studenten hart darum kämpfen, überhaupt einen Job abzugreifen. Ich weiß auch, daß Studienfinanzierung in Zeiten, da das Bachelor/Master-System immer weniger Zeit läßt, nebenher zu arbeiten, zu einem echten Kraftakt werden kann.
Trotzdem habe ich mir, wann immer ich auf Jobsuche war, auch einige Gedanken darum gemacht, ob ich von einem Job überhaupt leben kann &#8211; beziehungsweise: ob ich damit die Lücken stopfen konnte, die ohne Berufstätigkeit in meiner Studienfinanzierung klafften.
Ich habe damals folgende Überlegungen angestellt: <span id="more-334"></span></p>

<ol>
<li>Wie hoch sind die tatsächlichen Lebenshaltungskosten? Die Fixkosten lassen sich leicht zusammenrechnen, um über schwankende Ausgaben wie Lebensmittel, Kleidung, Schreibwaren und Kopien vernünftige Berechnungen anstellen zu können, habe ich einen Monat lang Buch geführt.</li>
<li>Wieviel muß ich / will ich dazuverdienen? Der Mindestwert dessen, was ich verdienen muß, ergibt sich logischerweise aus der Differenz zwischen anderen Finanzierungsquellen (BAFöG, Unterhalt von den Eltern&#8230;) und den errechneten Lebenshaltungskosten.</li>
<li>Wieviel Zeit kann ich investieren, ohne daß mein Studium vollkommen auf der Strecke bleibt, bzw. wieviel Zeit steht mir zur Verfügung? Das hängt auch davon ab, 
<ol><li>wie flexibel sind die Arbeitszeiten sind und wie sehr sie mit den Lehrveranstaltungszeiten an der Uni kollidieren: Ich habe zum Beispiel einmal für eine Versicherung an der Hotline gearbeitet, und die Arbeitszeiten lagen in Vierstundenschichten Montag bis Freitag zwischen 8 und 16 Uhr, freitags bis 13 Uhr. Zusammen mit der Neigung vieler Dozenten, ihre Vorlesungen zwischen 10 und 16 Uhr an Dienstagen, Mittwochen und Donnerstagen anzubieten, gab das einen Termin-Supergau.</li>
<li>wie anstrengend der Job ist: bin ich zum Beispiel war nach einer Callcenterschicht so alle, daß ich nach einer Schicht nur noch geistlos in der Ecke hängen und fernsehen will und mich noch nicht einmal mehr auf einfache Aufgaben konzentrieren kann?</li>
<li>wieviel für Fahrzeiten draufgeht: Das Büro, in dem ich in dem oben erwähnten Job arbeitete, lag so ziemlich am entgegengesetzten Ende von Berlin wie meine Uni. Ich hatte, je nach Institut, mindestens eine Stunde Fahrzeit dorthin.</li>
</ol></li>
<li>Bei Jobs nach Leistung: wie lange brauche ich z.B., um einen Text zu schreiben, wenn ich fürs Texten bezahlt werde? kann ich [evtl. nach Probe-Tagen festlegen] damit rechnen, einen akzeptablen Stundenlohn erzielen, bzw. ist es realistisch, daß ich in der Zeit, die ich für einen Job erübrigen kann, das Einkommen erziele, das ich brauche?</li>
<li>Bei Jobs, bei denen ich nach Leistung oder auch nach geleisteten Stunden bezahlt werde, sollte ein Polster für Krankheits- und Urlaubszeiten bleiben. Urlaub ist kein Luxus, sondern notwendige Zeit zur Erholung! Analoges gilt für erholsame Freizeit und (Und es ist eine <em>sehr</em> schlechte Idee, sich mit dem Studienabschluß so sehr zu verausgaben, daß man seine Berufstätigkeit schon mit einem Burnout beginnt.)</li>
<li>Der notwendige Hinzuverdienst durch die Anzahl der Stunden, die man monatlich arbeiten kann, ergibt den Nettostundenlohn, den man anstreben sollte. Zu berücksichtigen ist dabei: Brutto ist auch für Studenten nicht immer gleich netto, Steuer, Rentenversicherung, eventuell auch Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung fallen durchaus an und knapsen einen beträchtlichen Teil ab.</li>
</ol>

<p>Um das alles auszurechnen, hilft vielleicht auch Studenten der <a href="http://www.guru-20.info/freelancehour/">Stundensatztrechner für Freelancer</a> von guru 2.0.</p>

<p>Bevor man sich als Student ins Jobben stürzt, sollte man sich auch erkundigen, welche Finanzierungsmöglichkeiten noch in Frage kommen: das können BAFöG oder ein Studienkredit sein, aber vielleicht kommt auch ein <a href="http://www.check24.de/kredit/">Online-Kredit</a> oder ein Kredit innerhalb der Familie in Frage. Wer kein BAFöG beziehen kann, kann vielleicht Wohngeld bekommen (das hat mir einen großen Teil meines Studiums wesentlich geholfen). Meines Erachtens ist es ein echter Kraftakt, ein Studium mit Job ohne wesentliche Verlängerung der Studienzeit zu schaffen &#8211; und ohne Geldsorgen studiert es sich wesentlich besser. Im Zweifelsfall lohnt es sich, besser früher als später beim örtlichen Studentenwerk oder auch beim AStA um Rat zu fragen, wenn sich eine ernste Finanzierungslücke abzeichnet.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Das Gründungsdokument der Schreibstube</title>
		<link>http://www.camilla-kutzner.de/blog/2009/04/das-gruendungsdokument-der-schreibstube/</link>
		<comments>http://www.camilla-kutzner.de/blog/2009/04/das-gruendungsdokument-der-schreibstube/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 30 Apr 2009 15:40:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>camilla</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gleichgewicht]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich hatte den Gedanken schon länger: Meine "Schreibstube" wurde ja aus einem einzigen Forenbeitrag geboren. Ich glaube, auf dem ursprünglichen Forum ist er längst nicht mehr vorhanden. Diesen Beitrag wollte ich gern mit Euch teilen. Hier ist er - ...
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich hatte den Gedanken schon länger: Meine &#8220;Schreibstube&#8221; wurde ja aus einem einzigen Forenbeitrag geboren. Ich glaube, auf dem ursprünglichen Forum ist er längst nicht mehr vorhanden. Diesen Beitrag wollte ich gern mit Euch teilen. Hier ist er &#8211; Usernamen habe ich ausgelassen:</p>

<p><span id="more-224"></span>
Hallo xx,</p>

<blockquote>
Irgendwie fühle ich mich gerade von meinem Studium überfordert. [...] Ihr kennt nicht zufällig eine gute Methode, etwas Ordnung in mein Studienchaos zu bringen und das Ganze irgendwie halbwegs systematisch anzugehen?</blockquote>

<p>Herzlich willkommen im Club der Aufschiebe-Geplagten! Und gut, daß Du das schon im ersten Semester angehen willst. Viele bemerken das Problem ja erst viel später&#8230; <em>sigh</em> <em>auf ihren Ava schiel</em></p>

<p>Vielleicht solltest Du erst einmal eine Bestandsaufnahme machen: Was ist alles liegengeblieben? Was mußt Du an laufenden Arbeiten noch erledigen?
Ich habe lange auch mit liegengebliebenen Arbeiten gekämpft und versucht, gleichzeitig &#8220;normal&#8221; weiterzumachen mit dem Studium &#8211; hätte ich mir zwischendrin mal ein Semester Auszeit genommen und nur das Liegengebliebene zuende geführt, hätte ich diesen Berg schneller abtragen können&#8230;</p>

<p>Hier sind die Dinge, die in meiner Trickkiste obenauf liegen:</p>

<p><strong>1. Arbeitszeit eingrenzen und Freizeit</strong>
Ich habe lange den Fehler gemacht (und gelegentlich, wenn ich den Zeitdruck spüre, mache ich ihn heute noch), zu denken, daß ich kein Leben neben dem Studium haben darf. Bloß keine Projekte nebenher. Natürlich habe ich trotzdem andere Sachen gemacht und dabei ein rebellisches &#8220;Das nehm ich mir jetzt!&#8221;-Gefühl gehabt, danach ein schlechtes Gewissen. Und dann wollte ich natürlich erst recht nicht mehr ans Arbeiten denken &#8211; verflixter Teufelskreis!
Ein Psychologe meinte zu mir mal: Jede Planung fängt mit der Planung der Freizeit an. Das wollte ich natürlich nicht glauben, aber auf die lange Sicht ist es wichtig, nicht im Ausnahmezustand zu leben, keine &#8220;Gefängnisstrafe&#8221; aus dem Studium zu machen. Mir hilft es, die Studienzeit zu begrenzen und, sagen wir, um 20 Uhr (ich bin eine Spät-Arbeiterin) zu sagen: Feierabend! Allein schon, weil irgendwann solche Dinge wie Essen, Körperpflege, Kommunikation usw. ja auch stattfinden müssen.
In der letzten Lernphase ging es allerdings auch, daß ich mich nach dem Abendessen usw. noch einmal eine Stunde hingesetzt habe, aber da hatte ich dann auch schon Freizeit gehabt.
Entscheidend ist für mich gar nicht mal die [i]Quantität[/i] der Freizeit, sondern die Balance zwischen Leben und Arbeit und die Qualität der Freizeit. Sie soll wirklich erholsam sein. Dementsprechend gönne ich mir auch das eine oder andere Vorhaben nebenher, das Spaß macht und Befriedigung bringt.</p>

<p><strong>2. Agenda</strong>
Ich schreibe mir oft am Montag eine Agenda für die Woche. Wenn ich alles aufgelistet habe, was ich diese Woche vorhabe, vergebe ich Prioritäten, ungefähr:
Rot &#8211; objektiv dringend (z.B. Bücher, die ablaufen und nicht zu verlängern sind)
Blau &#8211; muß gemacht werden, scheint dringend, kann aber (wenns sein muß) noch warten
Gelb &#8211; das wäre schön, muß aber nicht unbedingt sein, auch Sachen, die noch länger warten können</p>

<p>Und dann versuche ich, jeden Tag einen Punkt von jeder Kategorie zu erledigen. Ich streiche erledigte Aufgaben grün durch, damit ich sie von weggefallenen Aufgaben unterscheiden kann. Meistens steht am Sonntag immer noch was drauf, und meistens kommt im Lauf der Woche noch was dazu. That&#8217;s life. Wenn ich am Sonntag zumindest nichts Rotes mehr dastehen habe, bin ich zufrieden.</p>

<p><strong>3. Arbeitstagebuch</strong>
Ich führe ein Arbeitstagebuch, in das ich reinschreibe, was ich wann an welchem Ort gemacht habe, mit ein, zwei Worten zum Gefühl dabei und zur Zufriedenheit. Das hilft mir 1. gegen das &#8220;Ich hab gar nix getan!&#8221;-Gefühl und 2. kann ich damit feststellen, wann und wo ich am besten arbeite, wieviel Arbeitszeit ich realistischerweise in einem Tag unterbringen kann, ohne mich kaputtzumachen, was wieviel Zeit in Anspruch nimmt und welche Arbeiten ich tendenziell am längsten vor mir herschiebe &#8211; also zusammenfassend: es erlaubt mir, mein Arbeitsverhalten zu analysieren und dementsprechend auch realistischer zu planen.</p>

<p><strong>4. Einzelschritte</strong>
Ich zerlege die anstehende Arbeit, soweit möglich, in Einzelschritte. Das macht das Ganze besser zu bewältigen und überhaupt erst planbar. Ich vergleiche wissenschaftliche Arbeit gerne damit, einen Berg zu besteigen. Wenn ich zu Fuß auf einen Sechstausender rauf will, gehe ich ja nicht einfach los, sondern ich schaue mir eine Karte an: wo kann ich lang, wie weit ist das, wo kann ich mich unterwegs versorgen, wo kann ich übernachten, was muß ich mitnehmen ins Basislager?
Wenn ich diese Einzelschritte habe, macht das zugleich den Fortschritt fühlbarer, ich finde es immer schon befriedigend, wenn ich einen davon als erledigt abhaken kann.</p>

<p><strong>5. Übersicht behalten</strong>
Ich verschaffe mir immer wieder Übersicht: Wo stehe ich in meinem Projekt? Was ist schon gemacht, was muß noch sein, wie weit bin ich mit einzelnen Teilaufgaben? Es ist manchmal unangenehm, die eigene Planung revidieren zu müssen, aber der &#8220;Uhrenvergleich&#8221; mit der Realität muß sein. Um im Bergsteigerbild zu bleiben: Wenn das Wetter gut ist, kann ich lange Tagesetappen gehen, wenn ich dagegen feststelle, daß die Route, die auf der Karte gangbar aussah, doch nicht begehbar ist (sei es, weil ich die Steigung falsch eingeschätzt habe, weil die Karte veraltet war oder weil da gestern ein Bergrutsch niedergegangen ist), muß ich eine andere suchen. Beim Bergsteigen muß ich mich auch aufs Wetter einstellen, und wenn es stürmt, tue ich mir keinen Gefallen damit, dann eine Gletscherüberquerung zu wagen.
Ich habe z.B. auch gerne eine Bücherliste dabei, auf der alle Bücher draufstehen, die ich für das jeweilige Projekt brauche, und ggf. auch, ob ich sie besorgt habe, wo sie stehen etc. &#8211; für Literaturverwaltung kann ich übrigens nur empfehlen, sich ein Bibliographieprogramm zuzulegen. Dazu gab&#8217;s hier auch schon mal einen Thread.</p>

<p><strong>6. Kreative Methoden</strong>
Ich weiß nicht, ob Dir Mindmapping, Clustering, Brainstorming, Rapid Writing etc. was sagen. Ich möchte jedenfalls nicht mehr ohne diese Methoden arbeiten &#8211; dazu gibt&#8217;s aber auch reichlich Bücher.</p>

<p>Viele Grüße
xx</p>
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		<title>Zeitmanagement für Studenten</title>
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