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	<title>Camilla Kutzners Schreibstube&#187; rechtschreibung</title>
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	<description>Ein Blog über lustvolles und effektives Studieren, Schreiben und Arbeiten</description>
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		<title>Die alte deutsche Rechtschreibung &#8211; ist die noch richtig?</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Jul 2010 20:51:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>camilla</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Da vor einiger Zeit eine Kommentatorin zu meinem Rechtschreibungs-Artikel anmerkte, &#8220;daß&#8221; sei doch mittlerweile falsch, und implizierte, ich solle vor meiner eigenen Tür kehren und die neue Rechtschreibung verwenden, stellte sich mir die Frage: Wie kann ich über Rechtschreibung schreiben, &#8230; <a href="http://www.camilla-kutzner.de/blog/2010/07/die-alte-deutsche-rechtschreibung-ist-die-noch-richtig/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Da vor einiger Zeit eine Kommentatorin zu meinem <a href="/2010/05/rechtschreibung-online-ein-paar-anmerkungen/">Rechtschreibungs-Artikel</a> anmerkte, &#8220;daß&#8221; sei doch mittlerweile falsch, und implizierte, ich solle vor meiner eigenen Tür kehren und die neue Rechtschreibung verwenden, stellte sich mir die Frage: Wie kann ich über Rechtschreibung schreiben, wenn ich selbst in diesem Blog konsequent eine Schreibweise (nämlich die alte deutsche Rechtschreibung) verwende, die nach Meinung vieler falsch ist?
Ich oute mich als Freundin der alten Rechtschreibung. Wenn ich die Vorgabe habe, die neue Schreibung zu verwenden, halte ich mich selbstverständlich daran, doch <em>wenn ich die Wahl habe</em>, verwende ich die alte Schreibweise. Ist das für jemanden, der den Anspruch hat, professionell mit Texten zu arbeiten, nicht kontraproduktiv? Ich meine: nicht notwendigerweise, solange ich eben auch bereit bin, bei Bedarf neue Schreibweisen zu verwenden und mich an eventuell vorhandene Hausregeln zu halten. 
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Reform_der_deutschen_Rechtschreibung_von_1996#Rechtliche_Verbindlichkeit_der_reformierten_Rechtschreibregeln">Bindend</a> ist die neue deutsche Rechtschreibung ohnehin nur in Schulen und für amtliche Stellen, und viele namhafte Zeitungen und Zeitschriften verwenden mittlerweile sogenannte Hausorthographien. 
Die meisten meiner Germanistik-Professoren bevorzugten die alte Rechtschreibung. <span id="more-357"></span>Sie stellten ihren Studenten jedoch frei, welches Regelwerk sie verwenden &#8211; mit der Bitte, sich klar für eines zu entscheiden und dieses konsequent und vollständig anzuwenden. Nur ein Musikwissenschaftsprofessor war eisern: Die alte deutsche Schreibweise sei die einzige, die man denkenden Wesen zumuten könne, schrieb er in einer Leitlinie für eine renommierte musikwissenschaftliche Fachzeitschrift. So oder so: Mit der Anmerkung &#8220;Diese Arbeit folgt den Regelungen der alten deutschen Rechtschreibung&#8221; in der Einleitung war das Thema an der Universität immer abgehakt.
Was die öffentliche Akzeptanz betrifft: Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung lehnt die Reform ab, und auch <a href="http://www.sprachforschung.org/index.php">von fachlicher Seite</a> mangelt es nicht an Kritik. &#8220;Richtig&#8221; oder &#8220;falsch&#8221; kann man, wie <a href="http://svenscholz.de">Sven</a> mich auf facebook wissen ließ, nur innerhalb eines Regelsystems bestimmen. Streng genommen ist die Richtigkeit oder Falschheit alter Schreibweisen also eine Glaubensfrage, sofern man nicht in der Eigenschaft als Beamtin oder Lehrer schreibt.</p>

<p>Meine primären Motive für meinen Rechtschreibartikel haben mit alter oder neuer Rechtschreibung wenig zu tun. Sie heißen Lesbarkeit und Verständlichkeit. Um das vielstrapazierte &#8220;das vs. dass/daß&#8221; abermals zu bemühen: Wird ein Nebensatz mit &#8220;das&#8221; angefangen, erwarte ich einen Relativsatz; wenn sich erst aus dem Inhalt ergibt, daß es sich eigentlich um einen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Adverbialsatz">Adverbialsatz</a> handeln muß, erregt das ein Gefühl von Unwillen bei mir, denn ich muß den Nebensatz neu bewerten, um den Sinn des gesamten Satzes zu erfassen.
Ich beobachte sogar an mir, daß der Korrekturmodus, den ich ja im Studium ständig aktiv halten mußte (weil ich selbst sehr viel schrieb), derart das Lesegeschehen übernehmen kann, daß ich mich auf den Sinn nicht mehr konzentrieren kann und entnervt Strg-W drücke. Dadurch entgeht mir vielleicht der eine oder andere inhaltlich interessante Text, so manchen Forenbeitrag habe ich dadurch eben nicht gelesen. Ob alte oder neue Rechtschreibung, ist dabei unwichtig. 
Es gibt ein Maß an orthographischer Fahrlässigkeit oder &#8220;eigenwilliger Schreibung&#8221;, das die Lesbarkeit von Texten beeinträchtigt.</p>

<p>Ich teile in der Tendenz den Standpunkt meiner Professoren: Alte oder neue Rechtschreibung &#8211; das ist weniger wichtig, als überhaupt Sorgfalt für das Thema aufzubringen, Schreibweisen zu wählen, die (wenn das nicht Teil eines künstlerischen Konzepts ist) sich im Ganzen an gängigen Rechtschreibkonventionen orientieren und diese konsistent anzuwenden.</p>
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		<title>Rechtschreibung online: ein paar Anmerkungen.</title>
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		<pubDate>Sat, 29 May 2010 18:10:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>camilla</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Letztens war ich dicht davor, einem meiner Twitter-Followees Lektoratsdienste anzubieten, weil ein Text, den er veröffentlicht hatte, mir einmal mehr vor Augen führte, daß eine Sache in Blogs oft ganz entschieden vernachlässigt wird: Rechtschreibung. Da lese ich manchmal Texte, die &#8230; <a href="http://www.camilla-kutzner.de/blog/2010/05/rechtschreibung-online-ein-paar-anmerkungen/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Letztens war ich dicht davor, einem meiner Twitter-Followees Lektoratsdienste anzubieten, weil ein Text, den er veröffentlicht hatte, mir einmal mehr vor Augen führte, daß eine Sache in Blogs oft ganz entschieden vernachlässigt wird: <strong>Rechtschreibung.</strong>
Da lese ich manchmal Texte, die vielleicht inhaltlich interessant und geistreich sein mögen, die ich aber trotz des guten Inhalts nicht lesen mag &#8211; einfach, weil sie von Rechtschreibung und Grammatik her so schludrig verfaßt sind und so viele und grobe Fehler aufweisen, daß es kein Germanistikstudium braucht, damit sich einem die Zehennägel hochrollen.</p>

<p>Ein Beispiel, das mir ein Kollege einmal zuschanzte:</p>

<blockquote>&#8220;Nicht nur das Domains Angeboten wurden die man gar nicht besitzt, was meines wissen nicht Rechtens ist sondern man Entschuldigte sich schon mal für Serverausfällle wegen dem Ansturm.&#8221; <sup class='footnote'><a href='#fn-347-1' id='fnref-347-1'>1</a></sup></blockquote>

<p>(Ich halte meine LeserInnen für gebildet genug, selbst zu erkennen, was in diesem Satz alles nicht stimmt. Ganz davon abgesehen, daß es &#8220;wegen des Ansturms&#8221; heißen sollte.)</p>

<p>Am häufigsten werde ich mit den folgenden Fehlern konfrontiert:</p>

<ul>
    <li>Groß- und Kleinschreibung: es werden gerne einmal Adjektive, Verben, Personalpronomina groß geschrieben</li>
    <li>phonetisch falsche Schreibung: &#8220;ecklig&#8221; statt &#8220;eklig&#8221;, &#8220;Hacken&#8221; statt &#8220;Haken&#8221;</li>
    <li><a href="http://www.deppenleerzeichen.de/">Deppenleerzeichen</a></li>
    <li>falsch oder nicht gesetzte Satzzeichen, insbesondere Kommata</li>
    <li>Verwechslung zwischen das und daß bzw. dass</li>
</ul>

<p>Warum sollte man sich überhaupt die Mühe machen, auf eine gute Rechtschreibung zu achten? <span id="more-347"></span></p>

<ol>
    <li><strong>Verständlichkeit.</strong> Ein orthographisch korrekter Text mit korrekt gesetzten Satzzeichen ist <strong>wesentlich leichter verständlich</strong>. Das geht bei mir im negativen Extrem so weit, daß ich bei orthographisch miesen Texten die Lust zum Lesen sehr schnell verliere. Korrekt geschriebene Worte erkenne ich sofort wieder, und wo mir Satzzeichen anzeigen, wo ein neuer Satzteil beginnt, muß ich nicht wie bei lateinischen Hexametern erst einmal sortieren, welche Worte jetzt zusammengehören. Der Sinn geht mir so wesentlich schneller auf, und ich kann meine geistige Kapazität auf den Inhalt richten, statt mich mit dem Verständnis des Textes abzuplagen.</li>
    <li><strong>Professionalität.</strong> Klingt arrogant, aber: Ich neige dazu &#8211; und kämpfe tapfer dagegen an &#8211; , Menschen, die sich, obwohl sie Deutsch als Muttersprache schreiben, nicht die Mühe geben, einen Text korrekt zu schreiben, für dumm zu halten. Wenn ich Geschäftstexte mit Deppenleerzeichen, fehlenden oder falsch gesetzten Kommata, Groß- und Kleinschreibfehlern lese, hinterläßt das bei mir einen unprofessionellen Eindruck.</li>
</ol>

<p>Wie kann man Abhilfe schaffen?</p>

<ul>
    <li>Das Minimalprogramm heißt sicherlich: <strong>Rechtschreibprüfung</strong> (ob die von Word, ein Browser-Plugin &#8211; die Unterschiede sind m.E. graduell, machen einen aber auf einige grobe Schnitzer aufmerksam). Rechtschreibkorrektur kann zwar falsch geschriebene Worte erkennen, aber nicht das falsche Wort am falschen Platz.</li>
    <li><strong>Grammatische Bewußtheit.</strong> Wer weiß, was ein Hauptsatz oder ein Relativsatz ist, weiß auch viel eher, wo ein Komma hingehört und wo nicht.</li>
    <li>Lesen bildet: dann und wann einen Klassiker der deutschen Literatur zu lesen, gibt einem gute Vorbilder. Ich habe meine sichere Rechtschreibung (aber auch meine Sensibilität dafür) vor allem dadurch, daß ich von der ersten Klasse an viel gelesen habe.</li>
    <li>Gewohnheitsbildung: Ordentliche Rechtschreibung geht einem in Fleisch und Blut über, wenn man Rechtschreibfehler <em>sofort</em> korrigiert, wenn man sie bemerkt. Am besten <strong>immer</strong>, d.h. auch im Chat und in Foren. Genauso hilfreich ist die Gewohnheit, einen geschriebenen Text noch einmal auf Rechtschreibfehler durchzusehen.</li>
    <li>Ein guter Text braucht Zeit und Gelassenheit. Ihn ein paar Stunden oder sogar Tage liegen zu lassen, wirkt mitunter Wunder.</li>
    <li>Vier Augen sehen mehr als zwei. Bei wirklich wichtigen Dingen lohnt sich vielleicht sogar professionelles Lektorat.</li>
</ul>

<p>Auch wenn meines Erachtens die neue Rechtschreibung viel Porzellan zerschlagen hat und mitnichten die Rechtschreibung logischer und einfacher gemacht hat, folgt die deutsche Rechtschreibung und Zeichensetzung immer noch Regeln. Sich ein wenig mit ihnen zu beschäftigen, tut nicht weh und lohnt sich. In diesem Sinne plädiere ich für Sorgfalt und Qualitätsbewußtsein statt hektischer Contentproduktion.</p>

<div class='footnotes'><div class='footnotedivider'></div><ol><li id='fn-347-1'><a href="http://seo2feel.de/2009/10/denic-kurze-de-domains-fiasko-und-sedo-verarscht-nutzer/">hier</a> gefunden am 26.03.2010 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-347-1'>&#8617;</a></span></li></ol></div>
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