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	<title>Camilla Kutzners Schreibstube&#187; brainstorm</title>
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	<description>Ein Blog über lustvolles und effektives Studieren, Schreiben und Arbeiten</description>
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		<title>Die Schere im Kopf: Der innere Zensor</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Oct 2008 08:30:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>camilla</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kreativität]]></category>
		<category><![CDATA[Werkzeugkasten]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir alle kennen das. Da setzt man sich hin mit dem festen Vorsatz, ewas zu schreiben, aber nach einer halben Stunde hat man jeden Ansatz gleich wieder gel&#246;scht, weil er es irgendwie nicht trifft, die Formulierung bl&#246;d ist oder man das Gef&#252;hl hat, sich dabei fachlich zu weit aus dem Fenster zu lehnen. Klingt bekannt? Dieses Ph&#228;nomen nenne ich den &#8220;inneren Zensor&#8221;. F&#252;r mich ist er der Kreativit&#228;tskiller Nummer eins.</p>
<p>Das kritische Denken, von dem der innere Zensor eine Instanz ist, hat durchaus seine Berechtigung, n&#228;mlich da&#223; es unsere &#196;u&#223;erungen und Gedanken hinterfragt und auf Qualit&#228;t bedacht ist.<span id="more-72"></span> Nur pflegt der innere Zensor sich zum falschen Zeitpunkt am st&#228;rksten einzumischen, n&#228;mlich beim ersten Niederschreiben der Gedanken. Das ist die empfindlichste Phase. Steht erst einmal ein Text da, ist ein Gedanke erst einmal niedergeschrieben, erscheint er oft gar nicht mehr so banal wie beim reinen Nachdenken. Oft l&#228;&#223;t sich die Qualit&#228;t einer Idee dann erst richtig beurteilen. In der Phase der &#220;berarbeitung, wenn es um das (selbst)kritische Konsolidieren von Ideen geht, hat der Zensor seine Berechtigung, aber meist ist er dann nicht mehr gar so &#252;bereifrig.</p>
<p>Aber was kann man dagegen tun, da&#223; der innere Zensor sich zur Unzeit, n&#228;mlich beim Verfassen des Rohtexts, einmischt?</p>
<ul>
<li>Per Hand schreiben. Da&#223; man am Computer sofort editieren kann, macht dem Zensor n&#228;mlich das Leben leichter. Zudem mu&#223; man Handgeschriebenes noch abtippen, was ein Schritt der besonders intensiven &#220;berarbeitung sein kann.</li>
<li>Beim Niederschreiben erster Ideen nichts durchstreichen oder editieren, sondern das auf die &#220;berarbeitung des Textes verschieben.</li>
<li>Brainstorm: Unterschiedslos alles niederschreiben, was einem einf&#228;llt, ohne zu beurteilen oder abzuw&#228;gen, Beurteilung auf sp&#228;ter verschieben.</li>
<li>Freischreiben/Freewriting: Schnelles Schreiben ohne Absetzen oder Pause. Lutz von Werder beschreibt die Technik so:</li>
</ul>
<blockquote><p>&#8220;Motivieren Sie sich f&#252;nf Minuten, ohne Halt einfach zu schreiben. Wenn Ihnen nichts einf&#228;llt, schreiben Sie &#252;ber Ihren Schreibblock. Die einzige Bedingung des &#8216;Free-Writing&#8217; ist es, im Schreibproze&#223; zu bleiben. Das Ziel des &#8216;Free-Writing&#8217; ist der Proze&#223;, nicht das Produkt.&#8221; (Lutz von Werder, Kreatives Schreiben von Diplom- und Doktorarbeiten, Berlin [Schibri] 2000, S. 22.)</p></blockquote>
<ul>
<li>Clustering/Mindmapping. Die sichtbare Hierarchisierung bringt Struktur, System und Ordnung in die Gedanken, die Methode hat trotzdem etwas Spielerisches &#8211; da bleibt der gestrenge Zensor au&#223;en vor. (Siehe auch: von Werder, Kreatives Schreiben&#8230;, S. 27-31.)</li>
<li>Vorerst einmal bewu&#223;t &#8220;doof&#8221; und &#8220;wie einem der Schnabel gewachsen ist&#8221; schreiben: Eine wissenschaftlich klingende Formulierung kann man sp&#228;ter immer noch finden.</li>
<li>F&#252;r einen Adressaten schreiben: Das Thema einem Kind, Lebensgef&#228;hrte/in, der Gro&#223;mutter&#8230; erkl&#228;ren. Viele Studenten haben Probleme damit, in &#8220;wissenschaftlicher&#8221; Sprache zu schreiben; entkoppelt man das Aufschreiben des Inhalts <em>vorerst</em> von der sprachlichen Darstellung, nimmt das die H&#252;rde &#8220;Wissenschaftlichkeit&#8221; erst einmal weg. Zudem wei&#223; man als StudentIn oft nicht so genau, f&#252;r wen man nun eigentlich schreibt &#8211; f&#252;r die Dozentin/den Dozenten oder doch f&#252;r ein unterstelltes wissenschaftliches Publikum? Letzteres ist als Adressat reichlich diffus.</li>
<li>Zeitdruck herstellen bzw. mit Zeitbegrenzung und in extremer Geschwindigkeit arbeiten, das hei&#223;t, sich gar keine Zeit nehmen, nachzudenken und das Geschriebene zu kritisieren.</li>
</ul>
<p>Mit diesen Strategien bin ich bisher zu gutem Rohmaterial gekommen. Und das ist die Grundlage f&#252;r einen guten Sachtext.</p>


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