Handwerkszeug IV: Keepass – Sichere und bequeme Paßwortverwaltung

Seit gut zehn Jahren bin ich im Internet unterwegs und mittlerweile schon berufsbedingt ein Poweruser. Dabei fallen eine Menge Logindaten an, die sich kein Mensch merken kann. So benutzt man dann für viele Webseiten aus reiner Faulheit dasselbe Paßwort, das zwecks besserer Merkbarkeit im schlimmsten Fall aus leicht zu erratenden Daten besteht – etwa dem Namen des ersten Haustiers, der Heimatstadt oder ähnlichen Daten. Abhilfe bieten Paßwortdatenbanken; ich nutze seit über zwei Jahren keepass für diesen Zweck. Read more
Notizen übers (digitale) Notieren
by camilla on Februar 22, 2010
in Kreativität, Tools
Vor einiger Zeit habe ich mich mit Ralf Grabowski auf twitter über Notiz-Tools unterhalten; eine Unterhaltung, die mich auf die Idee brachte, in Artikelform aufzuschreiben, was ich eigentlich zum Notizenmachen verwende.

Bild: sxc.hu
Warum mache ich eigentlich soviele Notizen? Nicht, weil mein Gedächtnis solche ausgeprägte Ähnlichkeit mit einem Sieb hätte.
“You can’t wait for inspiration. You have to go after it with a club”, wird Jack London in den Mund gelegt. Ich meine, man kann der Inspiration auch auflauern, und gute Notizwerkzeuge sind ein probates Mittel dazu.
Ich habe mir schon vor langer Zeit angewöhnt, grundsätzlich gerade Ideen zu notieren, die erst einmal ziemlich blödsinnig, unrealistisch oder krank wirken, denn: ihnen wohnen oft kreative Impulse inne, die ich nutzen kann. Nach Möglichkeit fange ich diese Ideen unmittelbar dann ein, wenn sie kommen. Dann sind sie frisch, unverfälscht und haben ihre kreative Wirksamkeit noch nicht durch langes Zerdenken verloren, und darum ist es wichtig, Notizwerkzeug grundsätzlich griffbereit zu haben – was, zugegeben, in manchen Situationen schlicht unmöglich ist, etwa beim Abwaschen oder unter der Dusche. Read more
Was muß eine gute Literaturverwaltung können?
Literaturverwaltung ist so etwas wie mein heimliches Steckenpferd. Ich komme immer wieder darauf zurück und bin immer wieder auf der Suche nach interessanten Lösungen für Bibliographie, die auch wissenschaftlichen Ansprüchen genügt – aber was braucht man nun wirklich? Gehört ein Wissensmanagement zwingend in ein Literaturverwaltungsprogramm? Braucht man einen Import von und Export nach MindManager?
Da ich gerade für einen (oder auch mehrere) Artikel in dieser Richtung recherchiere, dachte ich mir, ich frage einfach meine Leser. Hier ein twtpoll (Abstimmen bis 24.2. möglich):
– eigene Anregungen und Meinungen könnt Ihr mir gerne gerne per twitter an @ckutzner oder hier in den Kommentaren zukommen lassen.
Was ich an Linux liebe
by camilla on November 29, 2009
in Tools, persönlich

Seit eineinhalb Jahren bin ich nun mit Ubuntu unterwegs. Zeit für eine kurze Zwischenbilanz!
Sie fällt, so kann ich schon einmal sagen, für mich sehr positiv aus. Ich arbeite derzeit privat mit einem Asus Eee 1000HE, auf dem Ubuntu 9.04 Netbook Remix läuft, und wenn ich nochmal in die Verlegenheit komme, mir einen neuen Rechner anzuschaffen, dann ist Linux-Kompatibilität definitiv ein Kriterium für die Kaufentscheidung. Hier eine unvollständige und unsortierte Liste, was ich an Linux alles liebe.
Anwendungsvielfalt. Was mich ursprünglich neugierig auf Linux machte: Viele gute Opensource-Programme, zum Beispiel GIMP, OpenOffice oder mein geliebter Thunderbird, sind linux-nativ, und für fast jede Aufgabe gibt es eine – kostenfreie – Softwarelösung unter Linux. Ich kann mich so relativ einfach in Speziallösungen einarbeiten, um die ich sonst einen Bogen machen würde, weil die Programme teurer sind, als ich mir leisten kann.
Ausnahmen:
- Steuersoftware für die Einkommenssteuer, obwohl ich die letzte Steuererklärung mit ELSTER unter WINE größtenteils hinbekommen habe.
- Eine zufriedenstellende Bibliographielösung, die mit meinem geliebten citavi mithalten kann, muß ich noch finden. Meine Versuche, citavi unter WINE zum Laufen zu bringen, waren nicht von Erfolg gekrönt. Die Alternative zotero kommt mir auf jeden Fall sehr mächtig vor, das muß ich noch ausführlicher erkunden.
- Frustrierend finde ich auch, daß ein so nützliches Angebot wie StampIt unter Linux & alternativen Browsern bis vor kurzem nicht benutzbar war – wie es jetzt mit der Internetmarke wird, bleibt zu erproben. Auch der Hardwaresupport ist zwar kein ganz so düsteres Kapitel mehr wie früher. Daß allerdings ubuntuusers.de immer noch eine Hardware-Blacklist führt, belegt, daß noch nicht alles zum Besten steht zwischen der Linux-Community und den Hardwareherstellern.
- Nach einer vollkommen befriedigenden Notensatzlösung suche ich ebenfalls noch, was aber gerade nachrangig für mich ist, da ich wenig Noten am Computer setzen will.
Workflow. Virtuelle Desktops erlauben mir, mit nur einem Tastenkürzel gerade nicht benötigte Programme aus dem Weg zu schieben. Wenn ich etwa an einem Design tüftele, kann ich auf dem einen Bildschirm die Grafikbearbeitung machen und habe keine Programmfenster unten in der Fußleiste, die mich daran erinnern, daß da ja noch drei Editorfenster und drei verschiedene Browser offen sind – denn die liegen dann auf dem anderen Desktop. Auf den dritten habe ich möglicherweise derweil meine Aufgabenverwaltung und Pidgin. Read more
Links, die nächste Runde: Produktivitätsfördernde Werkzeuge im Web
Es wird mal wieder Zeit für eine Runde Links. Diesmal: Tools im Web, die mich produktiver machen.
Social Bookmarking statt lokaler Bookmarks
delicious hat die lokale Bookmarkfunktion bei mir fast vollständig verdrängt, und ich habe meine Linksammlung damit von überall griffbereit. Mir persönlich gelingt es damit sogar besser, um umfangreiche Linksammlungen zu verwalten, als mit traditionellen Bookmark im Browser. Die für mich wichtigen URIs kenne ich ohnehin auswendig.
Instapaper: Merkliste fürs Späterlesen
Stoße ich während der Arbeit auf einen interessanten Text, den ich später in Ruhe lesen möchte, merke ich mir diesen Text mit instapaper.
Alles andere ausblenden…
Manchmal lenkt auch Musik zu sehr ab – weißes Rauschen hilft mir dann, mich von meiner Umwelt akustisch ein wenig abzuschotten, etwa wenn im Büro viel Betrieb ist, ringsum die Telefone klingeln und ich trotzdem z.B. eine knifflige e-mail an einen Kunden formulieren muß. simplynoise liefert Rauschen in drei “Farben”, das auch in oszillierender Lautstärke abgespielt werden kann – ungemein entspannend.
…und schreiben
Manchmal brauche ich einen absolut minimalistischen, ablenkungsfreien Plain-Text-Editor zum Schreiben. Wenn ich gerade nicht auf DarkRoom oder PyRoom zurückgreifen kann, hilft mir eine Internetanwendung, die sich schlicht Writer nennt.
Handwerkszeug III: Komfort unter Windows mit ac’tivAid
Zuhause verwende ich seit gut einem Jahr Kubuntu. Im Büro sitze ich jedoch vor einem Windows Vista – und vermisse manchmal Linux-Funktionen. Für Windows habe ich zum Glück schon vor zwei, drei Jahren eine nützliche kleine Sammlung von AutoHotkey-Skripten namens ac’tivAid entdeckt, die zahlreiche Tastenkürzel und einige sehr sinnvolle Funktionen nachrüsten, aber auch einige Dinge, die ich persönlich eher für Spielerei halte (z.B. die Transparenz eines Fensters mit dem Scrollrad zu verstellen – aber vielleicht ist das für den einen oder die andere ja wichtig). Jedes Skript kann einzeln aktiviert oder deaktiviert werden, außerdem kann man jedem Skript neue Tastenkürzel zuweisen. Die voreingestellten Hotkeys sind jedoch meiner Erfahrung nach recht sinnvoll vergeben und kollidieren nur selten mit bereits vergebenen System-Kürzeln.
Meine besonderen Lieblinge sind MusicControl (zusätzliche Tastenkürzel für Mediaplayer), PastePlain (fügt den Inhalt der Zwischenablage ohne Formatierungen ein), die systemweiten Autotexte HotStrings und MultiClipboards (9 zusätzliche Zwischenablagen).
ac’tivAid ist Freeware und für Windows 2000, XP und Vista sowie in einer Version für USB-Sticks erhältlich.
Links zum Wochenende
Tatsache: Den von mir so geschätzten Kurzzeitwecker gibt es auch als Webanwendung, und zwar bei e.ggtimer.com. Wer lieber ein Windows-Desktop-Programm benutzt, dem hilft vielleicht der TeaTimer von Martin Röll weiter.
Ich verwende trotzdem weiter meine treue Eieruhr. Die hat einfach das penetrantere Piepen und vom Monitor wegsehen zu müssen, um sie auszustellen, hat einen deutlicheren unterbrechenden Effekt.
Schönes Wochenende!
Zeitmanagement mit Papier und Stift: Die Details
by camilla on März 19, 2009
in Werkzeugkasten, Zeitmanagement
Da ich neulich über meinen Selbstversuch, meine Agenda analog zu verwalten, schrieb, will ich hier einen Zwischenstand geben und Euch berichten, wie ich das in ein System umgesetzt habe.
Die beiden Herzstücke meines Setups sind ein kleiner Karteikasten und ein reichlicher Packen Karteikarten im Format A7. Das Format habe ich gewählt, weil ich früher mit A6 gearbeitet habe und sich diese Karten als zu groß erwiesen haben. Ich konnte darauf zu viele Aufgaben notieren. Das kleinere Format zwingt mich zu mehr Fokussierung, außerdem paßt es in die Gesäßtasche einer Jeans.
Ein kleines Bündel dieser Karteikarten nehme ich täglich mit, zusammgehalten mit einer großen Aktenklammer. Auf eine Seite des Stapels kommt eine Karte mit dem Datum und den drei wichtigsten Aufgaben (die ich am Abend vorher, spätestens aber morgens festlege), auf der anderen Seite notiere ich im Lauf des Tages Einfälle, sei das ein Buch, das ich aus der Bibliothek leihen will, eine Einkaufsliste, eine Aufgabe oder ein Stichwort für ein Artikelthema.
Abends kommt der Karteikasten zum Einsatz. Als ich ihn kaufte, waren alphabetische Registerkarten dabei, mit denen ich ein paar Fächer gebildet habe: Read more
Selbstversuch: Zurück zu Papier
by camilla on Februar 28, 2009
in Werkzeugkasten, Zeitmanagement
Seit geraumer Zeit verwende ich digitale Helfer (erst ThinkingRock, dann Remember The Milk), um meine Aufgaben zu verwalten. Ich habe festgestellt, daß es mit einem digitalen System zwar leicht fällt, alles, was einen so anspringt, zu erfassen und zu regeln, daß ich mich aber allzu oft im Tagesgeschäft verliere und die längerfristigen Ziele aus den Augen verliere, mich reaktiv nur mit den Aufgaben beschäftige, die mir so hingeworfen werden, statt aktiv anzugehen, was mir wichtig ist und langfristiges Wachstum bringt. (Mir fällt gerade auf, daß ich keine Aufgabenverwaltungssoftware kenne, die so etwas wie eine Anbindung von täglicher Agenda an langfristige Ziele beherzigt: kenne ich ein solches Programm nur nicht, oder gibt es keins?)
Zudem bin ich kein Mensch, der ununterbrochen einen Computer oder ein internetfähiges Handy in Reichweite hat. Meine fruchtbarsten Momente finden eher statt, wenn die Datenschleuder aus ist und das Handy nicht klingelt, und mit einem Stift in der Hand denke ich meist tiefer, mutiger und kreativer als auf eine Tastatur eintippend.
Darum versuche ich jetzt, einen anachronistischen Weg einzuschlagen: Zurück zum Papier. Ich werde in den nächsten vier Wochen meine Aufgaben mit einem Hipster PDA verwalten, habe mir vorgenommen, die Gewohnheit Nr. 2 aus Zen To Done zu beherzigen, nämlich das Durcharbeiten, und mich zugleich bei der Planung auf drei Hauptaufgaben pro Tag zu beschränken.
Was ich davon erwarte, ist eine Verschiebung des Fokus weg vom “regeln” und reaktiven Verwalten hin zu klareren persönlichen Prioritäten und aktiverem Angehen von Zielen, sowie eine bessere Verbindung zwischen meinen langfristigen Zielen und täglichen Agenda. Mal sehen, was ich in vier Wochen darüber berichten kann.
Nachtrag zum Thema Plain-Text-Editoren
Hier hatte ich über Plain-Text-Editoren, die im Vollbildmodus laufen, berichtet. Nun habe ich auf der Suche nach etwas, das auch auf meinem heimischen Linux-System läuft, JDarkRoom gefunden: ein Editor, der DarkRoom sehr ähnlich sieht. Im Unterschied zu DarkRoom verwendet er nicht das .NET-Framework, sondern Java. Neben einem Windows-Installer wird dort auch ein kleines, schlankes .jar-File angeboten, das ich auf meinem System vollkommen unkompliziert zum Laufen gebracht habe, bewähren muß es sich jetzt noch.
Wer die gängigen Suchmaschinen bedient, wird übrigens auf eine ganze Menge solcher Editoren stoßen. Ausprobieren ist Trumpf.
