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	<title>Camilla Kutzners Schreibstube&#187; schreiben</title>
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	<description>Ein Blog über lustvolles und effektives Studieren, Schreiben und Arbeiten</description>
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		<title>Akademischer Workflow mit Freier Software</title>
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		<pubDate>Fri, 06 May 2011 06:25:09 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Moritz Fürst hat vor gut einem Jahr seinen akademischen Workflow beschrieben. Ich habe mir vor einiger Zeit vorgenommen, das einmal auf mein Linux-System abzubilden. Einige Programme, die ich erwähne, gibt es auch für Windows, die Systemtools sind jedoch Linux- oder &#8230; <a href="http://www.camilla-kutzner.de/blog/2011/05/akademischer-workflow-mit-freier-software/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Moritz Fürst hat vor gut einem Jahr seinen <a href="http://moritz-fuerst.com/tools-for-thought-managing-your-digital-academic-workflow/">akademischen Workflow</a> beschrieben. Ich habe mir vor einiger Zeit <a href="http://ckutzner.posterous.com/tools-fur-den-akademischen-workflow">vorgenommen</a>, das einmal auf mein Linux-System abzubilden. Einige Programme, die ich erwähne, gibt es auch für Windows, die Systemtools sind jedoch Linux- oder sogar GNOME-spezifisch.</p>

<p>Recherche, Strukturieren und Schreiben sind in meinem Prozeß sich abwechselnde und aufeinander aufbauende Schritte. Ausgangspunkt meiner Arbeit ist meistens eine <strong>Mindmap</strong> mit ersten Ideen zu einem Thema, einem ersten Entwurf der Fragestellung, die sich natürlich verfeinert und/oder eingrenzt, je mehr ich mich in ein Thema einlese. Nach einer ersten Recherche- und Lesephase verändert sich diese vorläufig entworfene Struktur natürlich, es tun sich neue Aspekte der Fragestellung auf, die einen neuen Recherchevorgang anstoßen undsofort. Da ich die Neigung habe, so viel zu lesen, daß ich das Material hinterher nur noch unter Schwierigkeiten in Textform strukturieren kann, fange ich möglichst früh mit den ersten Textteilen an, die ich dann bei Bedarf neu arrangiere. 
Der Einfachheit halber unterteile ich meinen Arbeitsprozeß jedoch analog zu Moritz&#8217; Ansatz:</p>

<h3>Research/Recherce</h3>

<p>Für das Sammeln von Material verwende ich den <a href="http://zettelkasten.danielluedecke.de/">Zettelkasten von Daniel Lüdecke</a>. Zwar ist auch <a href="http://evernote.com">Evernote</a> ein tolles Werkzeug, das Schöne am Zettelkasten ist die &#8220;Schreibtisch&#8221;-Funktion, mit der ich Ideen zu einem bestimmten Schlagwort kompilieren kann. Ferner unterstützt der Zettelkasten Quellenangaben. Zur Literaturrecherche greife ich direkt zu den Bibliotheks(meta)katalogen oder ganz schnöde Google Books und erfasse die Quellen mit <a href="http://zotero.org">Zotero</a>. <span id="more-452"></span></p>

<p><strong>Exzerpte</strong>
Meine Exzerpte landen gerne ebenfalls im Zettelkasten. Dabei ist das großzügige <strong>Verschlagworten</strong>, das mir später beim Strukturieren des Materials hilft, wichtig. Zu meinen Windows-Zeiten habe ich Exzerpte und Zitatensammlung gleich in <a href="http://www.citavi.com/">citavi</a> gemacht. Will ich andere teilhaben lassen oder gar mit anderen gemeinsam arbeiten, verwende ich <a href="http://openetherpad.org/">Openetherpad</a>. Zur <strong>Technik des Exzerpierens</strong> habe ich vor einiger Zeit auf imgriff.com etwas geschrieben: <a href="http://imgriff.com/2010/07/12/zuverlaessig-zusammenfassen-exzerpte-fuer-studium-und-schule/">Zuverlässig zusammenfassen: Exzerpte für Studium und Schule</a>.</p>

<p><strong>Bibliographie</strong>
Wenn es ein Programm gibt, das ich unter Linux vermisse, dann ist es citavi. Da hilft mir wine leider nicht. Derzeit verwende ich für meine Bibliographie <strong>zotero</strong>. Das ist zwar nicht ganz so mächtig und nicht so sehr &#8220;ein Werkzeug, sie alle zu knechten&#8221;, aber für die Kernfunktion Literaturverwaltung ist es prima.</p>

<p><strong>Dateiverwaltung</strong>
Um Überblick zu halten, habe ich mich früher auf hierarchische Dateiorganisation verlassen und exzessiv den Windows Explorer bemüht. Mit meinem Umstieg auf Linux hat sich eine andere Strategie ergeben: Ich verwende inzwischen mehr die <strong>Suchfunktion</strong> von <a href="http://do.davebsd.com">Gnome Do</a>, die Dateisuche von Gnome oder das Kommandozeilen-Programm locate.</p>

<h3>Process/Material verarbeiten</h3>

<p>Nicht jede_r, der/die schreibt, geht so sehr von Struktur aus wie ich. Mein Ausgangspunkt für die meisten Texte ist, wie oben erwähnt, eine <strong>Mindmap</strong>, aus der, wenn das Ideengebäude einigermaßen Gestalt angenommen hat, via Exportfunktion das Skelett eines OpenOffice-Dokuments wird. Mein Lieblingstool dafür ist <a href="http://freeplane.sourceforge.net/">freeplane</a> geworden, zum einen, weil es relativ schnörkellos ist und doch alles kann, was ich von einem Mindmapping-Programm erwarte; zum anderen, weil es eine sehr komfortable Funktion für den Export nach OpenOffice bietet.
Für kollaborative Zwecke bietet sich <a href="http://www.mindmeister.com/?r=621">Mindmeister</a> (Affiliate-Link) an (mit einem freien Account kann man bis zu drei Mindmaps verwalten).</p>

<h3>Draft/Entwurf</h3>

<p>Im Stadium des &#8220;Drauflosschreibens&#8221; verwende ich gern <strong>OpenOffice</strong>. Wenn ich es störungsfreier brauche (und mir der Vollbildmodus von OpenOffice nicht reicht), verlasse ich mich auf <a href="http://pyroom.org">PyRoom</a> bzw. auf Windows-Systemen <a href="http://they.misled.us/dark-room">DarkRoom</a>. Manchmal ist mir aber auch nach dem guten alten <a href="http://vim.org">vim</a>.
Ein wichtiger Schritt ist, Ideen aus dem Zettelkasten in den Text einzupflegen. Das gehe ich dann an, wenn der Text wenigstens eine vorläufige inhaltliche Struktur hat; die Suchfunktion und die Schreibtisch-Funktion helfen mir dabei, die beim Materialsammeln erfaßten Zitate und &#8220;ins Unreine geschriebenen&#8221; Ideen zu sortieren.
Mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/LaTeX">LaTeX</a> freunde ich mich gerade erst zaghaft an. Der Editor <a href="http://lyx.org">LyX</a> ist hier sehr einsteigerfreundlich und vor allem strukturorientiert, außerdem arbeitet Zotero über das Firefox-Addon <a href="https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/lyz/">LyZ</a> damit zusammen.</p>

<h3>Polish/Endredaktion</h3>

<p>Über die <a title="Mehr als Korrekturlesen: Vier Schritte zur Endredaktion eines Textes" href="http://www.camilla-kutzner.de/blog/2008/10/mehr-als-korrekturlesen-vier-schritte-zur-endredaktion-eines-textes/">vier Schritte zur Endredaktion eines Textes</a> habe ich ja bereits etwas geschrieben. Als Werkzeuge dafür setze ich neben der recht brauchbaren Rechtschreibprüfung von OpenOffice die guten alten Kommandozeilentools <a href="http://dsl.org/cookbook/cookbook_15.html#SEC220">diction und style</a> ein, um meine sprachlichen Stereotypen unter Kontrolle zu halten. <code>wc -w</code> hilft mir, die Länge eines Textes im Blick zu behalten.</p>

<p><strong>Formatvorlagen</strong>, insbesondere für Absätze, richte ich von Anfang an ein und benutze sie im Verlauf der Arbeit mit OOo konsequent, statt Text &#8220;einzeln&#8221; zu formatieren. (Letzteres habe ich, einschließlich manuellem Numerieren von Überschriften, leider bei vielen FreundInnen und KommilitonInnen gesehen!) Sollte mir dann beim &#8220;Polieren&#8221; einfallen, daß ich statt Arial vielleicht lieber Garamond für meine Überschriften verwenden möchte oder der Zeilenabstand in Zitaten statt genau einer Zeile besser 1,15 Zeilen betragen sollte, ist das mit wenigen Mausklicks umgestellt. Arbeite ich mit Plain Text (weil z.B. der Artikel ohnehin online erscheinen soll), entfällt dieser Schritt natürlich, und in LaTeX bin ich ohnehin genötigt, Absatzstile zu verwenden.
Es sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, aber ich betone es zur Sicherheit: Es ist eine sehr gute Idee, <strong>Arbeiten als PDF zu exportieren</strong>. OpenOffice kann das von Haus aus, neue Versionen von Word auch. Unter Word/Openoffice ist nämlich nicht gesichert, daß z.b. auf allen Computern ein Bild am selben Platz steht, ein PDF sieht jedoch immer gleich aus. Darum habe ich mir bereits im Studium angewöhnt, PDF von meinen Arbeiten zu erzeugen und dann dieses PDF zu drucken. Als ich meine Magisterarbeit drucken ließ, war man mir im Copyshop recht dankbar dafür. Für komplexere Layouts bietet sich <a href="http://www.scribus.net/canvas/Scribus">Scribus</a> an.</p>
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		<title>Work in progress: Phasen einer wissenschaftlichen Arbeit</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Apr 2011 18:45:17 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[In der Literatur über das Schreiben wird der Prozeß des Schreibens höchst unterschiedlich strukturiert. Die Anzahl geht von vier Phasen (Lutz von Werder) bis zu sieben (Otto Kruse). Nun sind die Übergänge von einer Phase in die nächste natürlich fließend, &#8230; <a href="http://www.camilla-kutzner.de/blog/2011/04/work-in-progress-phasen-einer-wissenschaftlichen-arbeit/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Literatur über das Schreiben wird der Prozeß des Schreibens höchst unterschiedlich strukturiert. Die Anzahl geht von vier Phasen (Lutz von Werder) bis zu sieben (Otto Kruse).
Nun sind die Übergänge von einer Phase in die nächste natürlich fließend, manchmal stellt man schon im weit fortgeschrittenen Prozeß der Textentstehung fest, daß man ein bestimmtes Werk noch einmal genauer auseinandernehmen muß oder gar: daß man für eine bestimmte Präzisierung noch einmal recherchieren muß; daß man vielleicht ein Kapitel anders strukturieren muß oder oder oder. Grundsätzlich ist es aber sehr sinnvoll, eine längere Arbeit im vorhinein zu strukturieren und zeitlich zu planen, wie vorläufig auch immer. Ich gehe ja auch nicht ohne Etappenplanung, Landkarte, Uhr und Kompaß los, um einen Sechstausender zu besteigen.
Ich arbeite gerade an einer Artikelserie zu diesem Thema und da ich für mich nie der Weisheit letzten Schluß gefunden habe, wenn es um die Struktur meines Arbeitsprozesses ging, bin ich mir auch gerade nicht so schlüssig, wie ich die Serie unterteilen soll. Mein eigener Arbeitsprozeß neigt dazu, hochgradig iterativ zu sein und etliche Schleifen von Ideensammlung, Recherche, Materialauswertung, Strukturierung und Schreiben zu durchlaufen. Das ist in meiner Situation &#8211; ich kann recht frei gestalten, was und wann ich schreibe &#8211; praktikabel, unter den Bedingungen eines Studiums vielleicht deutlich weniger.
Darum mal wieder eine Frage an Euch, liebe LeserInnen: Wenn Ihr (wissenschaftlich) schreibt &#8211; wie strukturiert Ihr Euren Arbeitsprozeß?</p>
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		<title>Vorlesungsfreie Zeit = Hausarbeitenzeit?</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Aug 2010 16:28:20 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Eigentlich sitze ich gerade noch ein wenig angekränkelt auf dem Sofa, Netbook auf dem Schoß, eine Kanne Kräutertee in Griffweite. Uneigentlich schoß mir gerade eine Idee durch den Kopf, die ich ganz ins Unreine aufgeschrieben habe. Ich will mal wieder &#8230; <a href="http://www.camilla-kutzner.de/blog/2010/08/vorlesungsfreie-zeit-hausarbeitenzeit/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich sitze ich gerade noch ein wenig angekränkelt auf dem Sofa, Netbook auf dem Schoß, eine Kanne Kräutertee in Griffweite. Uneigentlich schoß mir gerade eine Idee durch den Kopf, die ich ganz ins Unreine aufgeschrieben habe.</p>

<p>Ich will mal wieder für einen geplanten Artikel etwas wissen. Nämlich: Sind die sogenannten Semesterferien (ein Begriff, den ich für irreführend halte, denn auch in der vorlesungsfreien Zeit arbeiten meiner Erfahrung nach viele Studenten für das Studium und oft noch viel mehr für die Studienfinanzierung), korrekter: ist die <strong>vorlesungsfreie Zeit</strong> zwischen dem Ende der Vorlesungszeit und dem Beginn des nächsten Semesters noch immer <strong>&#8220;Hausarbeitenzeit&#8221;</strong>?</p>

<p>Hier ein twtpoll dazu:
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<script src="http://twtpoll.com/badge/?twt=9lf7y2&#038;b=1" type="text/javascript"></script>
<span id="more-381"></span>Ich frage nicht nur, weil mein Studienabschluß inzwischen fast drei Jahre zurückliegt und bereits gut ein Jahr davor der Ausnahmezustand einer sich hinziehenden Prüfungsphase war. Ich gehöre auch zur letzten Generation derer, die noch auf Magister studiert haben, was wohl einen etwas anderen Studienalltag als das Bachelor-/Master-System mit sich brachte. Und ich weiß nicht, wie sehr sich der Unialltag seither verändert hat.</p>

<p>Darum also die Frage an die Studierenden unter meinen LeserInnen: Gibt es sie überhaupt noch so häufig, die typische studentische Seminararbeit, die man eigentlich erst zwischen Ende der Vorlesungszeit und Ende des Semesters so richtig angeht? Gibt es noch Dozenten, die Arbeiten für ein Seminar vor einem Jahr annehmen? Oder weht mittlerweile ein strengerer Wind? Vor allem jedoch: <strong>Wann schreibt Ihr Eure Arbeiten?</strong></p>

<p>Falls HochschuldozentInnen unter meinen LeserInnen sind: Gibt es an Euren Instituten diese Form des Leistungsnachweises (noch)? Und wenn ja, wann legt Ihr die Deadlines und wann bekommt Ihr den Löwenanteil der Arbeiten in der Regel eingereicht?</p>
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		<title>Die alte deutsche Rechtschreibung &#8211; ist die noch richtig?</title>
		<link>http://www.camilla-kutzner.de/blog/2010/07/die-alte-deutsche-rechtschreibung-ist-die-noch-richtig/</link>
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		<pubDate>Wed, 21 Jul 2010 20:51:44 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Da vor einiger Zeit eine Kommentatorin zu meinem Rechtschreibungs-Artikel anmerkte, &#8220;daß&#8221; sei doch mittlerweile falsch, und implizierte, ich solle vor meiner eigenen Tür kehren und die neue Rechtschreibung verwenden, stellte sich mir die Frage: Wie kann ich über Rechtschreibung schreiben, &#8230; <a href="http://www.camilla-kutzner.de/blog/2010/07/die-alte-deutsche-rechtschreibung-ist-die-noch-richtig/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Da vor einiger Zeit eine Kommentatorin zu meinem <a href="/2010/05/rechtschreibung-online-ein-paar-anmerkungen/">Rechtschreibungs-Artikel</a> anmerkte, &#8220;daß&#8221; sei doch mittlerweile falsch, und implizierte, ich solle vor meiner eigenen Tür kehren und die neue Rechtschreibung verwenden, stellte sich mir die Frage: Wie kann ich über Rechtschreibung schreiben, wenn ich selbst in diesem Blog konsequent eine Schreibweise (nämlich die alte deutsche Rechtschreibung) verwende, die nach Meinung vieler falsch ist?
Ich oute mich als Freundin der alten Rechtschreibung. Wenn ich die Vorgabe habe, die neue Schreibung zu verwenden, halte ich mich selbstverständlich daran, doch <em>wenn ich die Wahl habe</em>, verwende ich die alte Schreibweise. Ist das für jemanden, der den Anspruch hat, professionell mit Texten zu arbeiten, nicht kontraproduktiv? Ich meine: nicht notwendigerweise, solange ich eben auch bereit bin, bei Bedarf neue Schreibweisen zu verwenden und mich an eventuell vorhandene Hausregeln zu halten. 
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Reform_der_deutschen_Rechtschreibung_von_1996#Rechtliche_Verbindlichkeit_der_reformierten_Rechtschreibregeln">Bindend</a> ist die neue deutsche Rechtschreibung ohnehin nur in Schulen und für amtliche Stellen, und viele namhafte Zeitungen und Zeitschriften verwenden mittlerweile sogenannte Hausorthographien. 
Die meisten meiner Germanistik-Professoren bevorzugten die alte Rechtschreibung. <span id="more-357"></span>Sie stellten ihren Studenten jedoch frei, welches Regelwerk sie verwenden &#8211; mit der Bitte, sich klar für eines zu entscheiden und dieses konsequent und vollständig anzuwenden. Nur ein Musikwissenschaftsprofessor war eisern: Die alte deutsche Schreibweise sei die einzige, die man denkenden Wesen zumuten könne, schrieb er in einer Leitlinie für eine renommierte musikwissenschaftliche Fachzeitschrift. So oder so: Mit der Anmerkung &#8220;Diese Arbeit folgt den Regelungen der alten deutschen Rechtschreibung&#8221; in der Einleitung war das Thema an der Universität immer abgehakt.
Was die öffentliche Akzeptanz betrifft: Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung lehnt die Reform ab, und auch <a href="http://www.sprachforschung.org/index.php">von fachlicher Seite</a> mangelt es nicht an Kritik. &#8220;Richtig&#8221; oder &#8220;falsch&#8221; kann man, wie <a href="http://svenscholz.de">Sven</a> mich auf facebook wissen ließ, nur innerhalb eines Regelsystems bestimmen. Streng genommen ist die Richtigkeit oder Falschheit alter Schreibweisen also eine Glaubensfrage, sofern man nicht in der Eigenschaft als Beamtin oder Lehrer schreibt.</p>

<p>Meine primären Motive für meinen Rechtschreibartikel haben mit alter oder neuer Rechtschreibung wenig zu tun. Sie heißen Lesbarkeit und Verständlichkeit. Um das vielstrapazierte &#8220;das vs. dass/daß&#8221; abermals zu bemühen: Wird ein Nebensatz mit &#8220;das&#8221; angefangen, erwarte ich einen Relativsatz; wenn sich erst aus dem Inhalt ergibt, daß es sich eigentlich um einen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Adverbialsatz">Adverbialsatz</a> handeln muß, erregt das ein Gefühl von Unwillen bei mir, denn ich muß den Nebensatz neu bewerten, um den Sinn des gesamten Satzes zu erfassen.
Ich beobachte sogar an mir, daß der Korrekturmodus, den ich ja im Studium ständig aktiv halten mußte (weil ich selbst sehr viel schrieb), derart das Lesegeschehen übernehmen kann, daß ich mich auf den Sinn nicht mehr konzentrieren kann und entnervt Strg-W drücke. Dadurch entgeht mir vielleicht der eine oder andere inhaltlich interessante Text, so manchen Forenbeitrag habe ich dadurch eben nicht gelesen. Ob alte oder neue Rechtschreibung, ist dabei unwichtig. 
Es gibt ein Maß an orthographischer Fahrlässigkeit oder &#8220;eigenwilliger Schreibung&#8221;, das die Lesbarkeit von Texten beeinträchtigt.</p>

<p>Ich teile in der Tendenz den Standpunkt meiner Professoren: Alte oder neue Rechtschreibung &#8211; das ist weniger wichtig, als überhaupt Sorgfalt für das Thema aufzubringen, Schreibweisen zu wählen, die (wenn das nicht Teil eines künstlerischen Konzepts ist) sich im Ganzen an gängigen Rechtschreibkonventionen orientieren und diese konsistent anzuwenden.</p>
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		<title>Rechtschreibung online: ein paar Anmerkungen.</title>
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		<pubDate>Sat, 29 May 2010 18:10:51 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Letztens war ich dicht davor, einem meiner Twitter-Followees Lektoratsdienste anzubieten, weil ein Text, den er veröffentlicht hatte, mir einmal mehr vor Augen führte, daß eine Sache in Blogs oft ganz entschieden vernachlässigt wird: Rechtschreibung. Da lese ich manchmal Texte, die &#8230; <a href="http://www.camilla-kutzner.de/blog/2010/05/rechtschreibung-online-ein-paar-anmerkungen/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Letztens war ich dicht davor, einem meiner Twitter-Followees Lektoratsdienste anzubieten, weil ein Text, den er veröffentlicht hatte, mir einmal mehr vor Augen führte, daß eine Sache in Blogs oft ganz entschieden vernachlässigt wird: <strong>Rechtschreibung.</strong>
Da lese ich manchmal Texte, die vielleicht inhaltlich interessant und geistreich sein mögen, die ich aber trotz des guten Inhalts nicht lesen mag &#8211; einfach, weil sie von Rechtschreibung und Grammatik her so schludrig verfaßt sind und so viele und grobe Fehler aufweisen, daß es kein Germanistikstudium braucht, damit sich einem die Zehennägel hochrollen.</p>

<p>Ein Beispiel, das mir ein Kollege einmal zuschanzte:</p>

<blockquote>&#8220;Nicht nur das Domains Angeboten wurden die man gar nicht besitzt, was meines wissen nicht Rechtens ist sondern man Entschuldigte sich schon mal für Serverausfällle wegen dem Ansturm.&#8221; <sup class='footnote'><a href='#fn-347-1' id='fnref-347-1'>1</a></sup></blockquote>

<p>(Ich halte meine LeserInnen für gebildet genug, selbst zu erkennen, was in diesem Satz alles nicht stimmt. Ganz davon abgesehen, daß es &#8220;wegen des Ansturms&#8221; heißen sollte.)</p>

<p>Am häufigsten werde ich mit den folgenden Fehlern konfrontiert:</p>

<ul>
    <li>Groß- und Kleinschreibung: es werden gerne einmal Adjektive, Verben, Personalpronomina groß geschrieben</li>
    <li>phonetisch falsche Schreibung: &#8220;ecklig&#8221; statt &#8220;eklig&#8221;, &#8220;Hacken&#8221; statt &#8220;Haken&#8221;</li>
    <li><a href="http://www.deppenleerzeichen.de/">Deppenleerzeichen</a></li>
    <li>falsch oder nicht gesetzte Satzzeichen, insbesondere Kommata</li>
    <li>Verwechslung zwischen das und daß bzw. dass</li>
</ul>

<p>Warum sollte man sich überhaupt die Mühe machen, auf eine gute Rechtschreibung zu achten? <span id="more-347"></span></p>

<ol>
    <li><strong>Verständlichkeit.</strong> Ein orthographisch korrekter Text mit korrekt gesetzten Satzzeichen ist <strong>wesentlich leichter verständlich</strong>. Das geht bei mir im negativen Extrem so weit, daß ich bei orthographisch miesen Texten die Lust zum Lesen sehr schnell verliere. Korrekt geschriebene Worte erkenne ich sofort wieder, und wo mir Satzzeichen anzeigen, wo ein neuer Satzteil beginnt, muß ich nicht wie bei lateinischen Hexametern erst einmal sortieren, welche Worte jetzt zusammengehören. Der Sinn geht mir so wesentlich schneller auf, und ich kann meine geistige Kapazität auf den Inhalt richten, statt mich mit dem Verständnis des Textes abzuplagen.</li>
    <li><strong>Professionalität.</strong> Klingt arrogant, aber: Ich neige dazu &#8211; und kämpfe tapfer dagegen an &#8211; , Menschen, die sich, obwohl sie Deutsch als Muttersprache schreiben, nicht die Mühe geben, einen Text korrekt zu schreiben, für dumm zu halten. Wenn ich Geschäftstexte mit Deppenleerzeichen, fehlenden oder falsch gesetzten Kommata, Groß- und Kleinschreibfehlern lese, hinterläßt das bei mir einen unprofessionellen Eindruck.</li>
</ol>

<p>Wie kann man Abhilfe schaffen?</p>

<ul>
    <li>Das Minimalprogramm heißt sicherlich: <strong>Rechtschreibprüfung</strong> (ob die von Word, ein Browser-Plugin &#8211; die Unterschiede sind m.E. graduell, machen einen aber auf einige grobe Schnitzer aufmerksam). Rechtschreibkorrektur kann zwar falsch geschriebene Worte erkennen, aber nicht das falsche Wort am falschen Platz.</li>
    <li><strong>Grammatische Bewußtheit.</strong> Wer weiß, was ein Hauptsatz oder ein Relativsatz ist, weiß auch viel eher, wo ein Komma hingehört und wo nicht.</li>
    <li>Lesen bildet: dann und wann einen Klassiker der deutschen Literatur zu lesen, gibt einem gute Vorbilder. Ich habe meine sichere Rechtschreibung (aber auch meine Sensibilität dafür) vor allem dadurch, daß ich von der ersten Klasse an viel gelesen habe.</li>
    <li>Gewohnheitsbildung: Ordentliche Rechtschreibung geht einem in Fleisch und Blut über, wenn man Rechtschreibfehler <em>sofort</em> korrigiert, wenn man sie bemerkt. Am besten <strong>immer</strong>, d.h. auch im Chat und in Foren. Genauso hilfreich ist die Gewohnheit, einen geschriebenen Text noch einmal auf Rechtschreibfehler durchzusehen.</li>
    <li>Ein guter Text braucht Zeit und Gelassenheit. Ihn ein paar Stunden oder sogar Tage liegen zu lassen, wirkt mitunter Wunder.</li>
    <li>Vier Augen sehen mehr als zwei. Bei wirklich wichtigen Dingen lohnt sich vielleicht sogar professionelles Lektorat.</li>
</ul>

<p>Auch wenn meines Erachtens die neue Rechtschreibung viel Porzellan zerschlagen hat und mitnichten die Rechtschreibung logischer und einfacher gemacht hat, folgt die deutsche Rechtschreibung und Zeichensetzung immer noch Regeln. Sich ein wenig mit ihnen zu beschäftigen, tut nicht weh und lohnt sich. In diesem Sinne plädiere ich für Sorgfalt und Qualitätsbewußtsein statt hektischer Contentproduktion.</p>

<div class='footnotes'><div class='footnotedivider'></div><ol><li id='fn-347-1'><a href="http://seo2feel.de/2009/10/denic-kurze-de-domains-fiasko-und-sedo-verarscht-nutzer/">hier</a> gefunden am 26.03.2010 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-347-1'>&#8617;</a></span></li></ol></div>
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		<title>Adieu Sauklaue: 6 Tips für eine lesbare Handschrift</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Apr 2009 17:34:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>camilla</dc:creator>
				<category><![CDATA[schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[handschrift]]></category>
		<category><![CDATA[papier]]></category>
		<category><![CDATA[tools]]></category>
		<category><![CDATA[Werkzeug]]></category>

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		<description><![CDATA[In der Grundschule haßte ich Schönschreiben, die gesamte Schulzeit über hatte ich eine zwar lesbare, aber nicht sonderlich schöne Handschrift. Mit dem Studium besserte sich das etwas, aber es gibt Mitschriften, die ich heute kaum noch entziffern kann. Heute gibt &#8230; <a href="http://www.camilla-kutzner.de/blog/2009/04/adieu-sauklaue-6-tips-fuer-eine-lesbare-handschrift/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Grundschule haßte ich Schönschreiben, die gesamte Schulzeit über hatte ich eine zwar lesbare, aber nicht sonderlich schöne Handschrift. Mit dem Studium besserte sich das etwas, aber es gibt Mitschriften, die ich heute kaum noch entziffern kann.
Heute gibt es Menschen, die kaum mehr von Hand schreiben. Gebraucht man sie nicht, degeneriert die Handschrift ebenso, wie wenn man immer nur hektisch schreibt, doch es gibt Situationen, wie etwa die Examensklausur, wo man nicht umhin kommt, von Hand zu schreiben und (strafverschärfend) andere es dann noch lesen müssen.<span id="more-210"></span></p>

<p>Eine unleserliche Handschrift ist nichts, was man einfach so ertragen muß. Auch wenn nicht jede/r seine Einkaufslisten so schreibt, daß ein Kalligraph seine Freude daran hätte, gibt es ein paar simple Tricks, die die Handschrift lesbar erhalten:</p>

<ul>
    <li>Es einfach tun: Auch Handschrift ist Übungs- und Trainingssache.</li>
    <li>an einer Tafel schreiben: Seit ich meine Einkaufsliste auf einer kleinen Tafel führe, die in meiner Küche hängt, hat sich meine Handschrift verbessert, weil es mit Kreide einfacher ist, in langen Linien mit wenig Absetzen zu schreiben, als jeden Buchstaben neu anzusetzen.</li>
    <li>Schreiben wie ein Erstklässler: Es hilft, wenn man dann und wann zwischendrin, vielleicht nur ein paar Zeilen, versucht, so zu schreiben, wie einem Schreibschrift in der Grundschule einmal beigebracht worden ist. Dadurch prägt sich einem die konventionelle Gestalt von Buchstaben wieder ein. Meiner Schrift hat es in ähnlicher Weise gutgetan, Sütterlin schreiben zu lernen und meine To Do-Liste einige Tage in Sütterlin zu führen.</li>
    <li>Das richtige Werkzeug finden: Deine Handschrift ist mit Kugelschreiber eine Katastrophe? Dann probiere andere Schreibwerkzeuge: Tintenroller, Fineliner, Gelschreiber, Füller. Mir persönlich kommt der Füller am meisten entgegen, weil er sehr wenig Druck benötigt.</li>
    <li>Das richtige Papier: Das fängt schon bei der Oberfläche an. Saugendes Recyclingpapier mit ultraglatter Oberfläche ist nichts für Füllerbenutzer, und auf den Rückseiten ausrangierter Uniskripten schreibt es sich bisweilen nur wenig komfortabler als auf Sandpapier. Mit der Lineatur geht es weiter: Ob einem liniertes, kariertes oder Blankopapier am ehesten entgegenkommt, findet man am besten im Selbstversuch heraus.</li>
    <li>Im eigenen Tempo schreiben: Hektisches Schreiben macht die beste Hand zur Sauklaue. Manchmal kommt man nicht um hektisches Mitschreiben herum, generell tut es der Handschrift aber gut, wenn man immer wieder mit Muße oder einfach nur in seinem eigenen Tempo schreibt. Vielleicht schreibt der eine von Natur aus schnell, der anderen liegt ein gelasseneres Tempo. Mir ging es in der Grundschule so, daß ich nur entweder schnell oder schön schreiben konnte &#8211; heute kann ich mir nicht immer, aber doch in vielen Situationen aussuchen, wie schnell ich schreibe.</li>
</ul>
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		<title>Mehr als Korrekturlesen: Vier Schritte zur Endredaktion eines Textes</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Oct 2008 10:26:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>camilla</dc:creator>
				<category><![CDATA[schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[arbeitsprozeß]]></category>
		<category><![CDATA[handwerk]]></category>
		<category><![CDATA[korrekturlesen]]></category>
		<category><![CDATA[redaktion]]></category>
		<category><![CDATA[überarbeiten]]></category>
		<category><![CDATA[wissenschaftliches Arbeiten]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer anfängt mit dem wissenschaftlichen Schreiben, stellt sich den Produktionsprozeß oft reichlich simpel vor: Hinsetzen, Literatur beschaffen, Lesen, Text schreiben, korrekturlesen, drucken, abgeben. Unter &#8220;Korrekturlesen&#8221; wird oft nur die Verbesserung von Rechtschreibung und Grammatik, vielleicht auch noch von Formulierungen verstanden. &#8230; <a href="http://www.camilla-kutzner.de/blog/2008/10/mehr-als-korrekturlesen-vier-schritte-zur-endredaktion-eines-textes/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer anfängt mit dem wissenschaftlichen Schreiben, stellt sich den Produktionsprozeß oft reichlich simpel vor: Hinsetzen, Literatur beschaffen, Lesen, Text schreiben, korrekturlesen, drucken, abgeben. Unter &#8220;Korrekturlesen&#8221; wird oft nur die Verbesserung von Rechtschreibung und Grammatik, vielleicht auch noch von Formulierungen verstanden.</p>

<p>Der produktive Prozeß ist jedoch wesentlich differenzierter und individueller. Ich gehe in diesem Artikel nur auf den letzten Teil, den Überarbeitungs- bzw. Redaktionsprozeß, ein; die anderen Phasen sind mir jeweils einen eigenen Artikel wert.</p>

<p>Der Überarbeitungsprozeß beginnt, wenn ich den alles Inhaltliche in einen Rohtext gegossen habe. Der Text ist zu diesem Zeitpunkt oft noch reichlich holprig, &#8220;Kraut und Rüben&#8221;. Um ihn zu ordnen und zu glätten, gehe ich in vier Schritten vor:<span id="more-78"></span></p>

<ol>
    <li>Vollständigkeit: Ist der Text inhaltlich vollständig, habe ich alles Wichtige untergebracht?</li>
    <li>Konsistenz/Widerspruchsfreiheit: Widerspreche ich mir irgendwo oder ergeben meine Aussagen ein logisches Gefüge?</li>
    <li>Stimmige Reihenfolge und Übergänge: Stehen alle Teile in der richtigen Reihenfolge? Muß ich eventuell die Gliederung noch einmal umstrukturieren? Leite ich meine Leser gut von einem Teil in den nächsten?</li>
    <li>Sprachliches und Formales: z.B. Satzbau, Formulierung, Rechtschreibung, Zeichensetzung, Formatierung, Überprüfung der Literaturhinweise.</li>
</ol>

<p><strong>Vier Augen</strong>
&#8230; sehen bekanntlich mehr als zwei. Im studentischen Leben findet sich aber selten jemand, der einem in so umfangreichem Maß zur Seite stehen kann und Fachkenntnisse mitbringt. Fachkompetenz ist aber nicht immer unbedingt vonnöten, es sei denn, man braucht gleichzeitig eine fachlich-inhaltliche Überprüfung. Dafür wirkt das Vier-Augen-Prinzip der Betriebsblindheit entgegen, die sich nahezu unweigerlich einstellt, wenn man längere Zeit, möglicherweise unter großem Druck und sehr intensiv mit einem sehr speziellen Thema befaßt ist. Wer sich also einen bereitwilligen Freund als Lektor sichern kann, sollte das unbedingt tun.</p>

<p><strong>Vorarbeiten</strong>
Bei einigen Dingen halte ich es für sehr sinnvoll, sie vom Beginn der Arbeit an im Blick zu haben, am besten sich von den ersten Semestern an ein durchdachtes Konzept anzugewöhnen:</p>

<ol>
    <li>Eine konsistente Zitierweise und</li>
    <li>ein System, das einem erlaubt, über die verwendete Literatur einen Überblick zu behalten, beides am besten zu bewerkstelligen über die Einrichtung einer zuverlässigen und bequem zu bedienenden Literaturverwaltungssoftware.</li>
    <li>Häufig benötigte Formatvorlagen, die dem Usus am Institut/des Dozenten/allgemein üblichen Standards entsprechen, herzustellen und von Anfang an zu verwenden.</li>
</ol>

<p>Achtung allerdings: Die richtigen Zitierregeln zu finden, Literaturverwaltung zu konfigurieren und Formatvorlagen herzustellen, können Zeitfresser sein &#8211; und klassische Ablenkungs- und Aufschiebefallen. Im Zweifelsfall hilft hier strikte Zeitbegrenzung.</p>
<p>No related posts.</p>
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