Was tun bei kreativem Overflow?

Man könne nicht auf die Inspiration warten, sagte Jack London einmal, man müsse ihr mit einem Knüppel nachsteigen. Das mag bis zu einem gewissen Grade manchmal stimmen. Doch ich kenne auch das Gegenteil: daß kreative Impulse geradezu auf mich einstürzen, ohne daß ich sie aktiv gesucht habe – meist in Momenten, in denen ich sie noch nicht einmal notieren kann. Kreativität ist manchmal wie Wildwasser Bild: flickr / amerune Was tun, wenn einen so viele Ideen überrennen, daß man sie gar nicht alle erfassen kann? Daß ein Impuls den nächsten jagt und man keinen Gedanken in Ruhe zu Ende denken kann, weil der nächste einen überrennt? „Was tun bei kreativem Overflow?“ weiterlesen

Notizen übers (digitale) Notieren

Vor einiger Zeit habe ich mich mit Ralf Grabowski auf twitter über Notiz-Tools unterhalten; eine Unterhaltung, die mich auf die Idee brachte, in Artikelform aufzuschreiben, was ich eigentlich zum Notizenmachen verwende. Notizbuch Bild: sxc.hu Warum mache ich eigentlich soviele Notizen? Nicht, weil mein Gedächtnis solche ausgeprägte Ähnlichkeit mit einem Sieb hätte. „You can’t wait for inspiration. You have to go after it with a club“, wird Jack London in den Mund gelegt. Ich meine, man kann der Inspiration auch auflauern, und gute Notizwerkzeuge sind ein probates Mittel dazu.

Ich habe mir schon vor langer Zeit angewöhnt, grundsätzlich gerade Ideen zu notieren, die erst einmal ziemlich blödsinnig, unrealistisch oder krank wirken, denn: ihnen wohnen oft kreative Impulse inne, die ich nutzen kann. Nach Möglichkeit fange ich diese Ideen unmittelbar dann ein, wenn sie kommen. Dann sind sie frisch, unverfälscht und haben ihre kreative Wirksamkeit noch nicht durch langes Zerdenken verloren, und darum ist es wichtig, Notizwerkzeug grundsätzlich griffbereit zu haben – was, zugegeben, in manchen Situationen schlicht unmöglich ist, etwa beim Abwaschen oder unter der Dusche. „Notizen übers (digitale) Notieren“ weiterlesen

Die Schere im Kopf: Der innere Zensor

Wir alle kennen das. Da setzt man sich hin mit dem festen Vorsatz, ewas zu schreiben, aber nach einer halben Stunde hat man jeden Ansatz gleich wieder gelöscht, weil er es irgendwie nicht trifft, die Formulierung blöd ist oder man das Gefühl hat, sich dabei fachlich zu weit aus dem Fenster zu lehnen. Klingt bekannt? Dieses Phänomen nenne ich den „inneren Zensor“. Für mich ist er der Kreativitätskiller Nummer eins.

Das kritische Denken, von dem der innere Zensor eine Instanz ist, hat durchaus seine Berechtigung, nämlich daß es unsere Äußerungen und Gedanken hinterfragt und auf Qualität bedacht ist. „Die Schere im Kopf: Der innere Zensor“ weiterlesen

Produktives Spazierengehen

Der Schriftsteller Gerhart Hauptmann hatte in seinen späteren Jahren die Angewohnheit, ausgiebige Spaziergänge zu machen. Nach diesen diktierte er dann seiner Sekretärin einen neuen Teil des Textes, der gerade in Arbeit war. Er nannte diese Spaziergänge „Produktivspaziergänge“; offensichtlich ging die kreative Arbeit während des Gehens in seinem Kopf vor.

Ich habe mich von dieser Gewohnheit Hauptmanns während meiner Magisterarbeit zu meiner eigenen Form des Produktivspaziergangs inspirieren lassen. „Produktives Spazierengehen“ weiterlesen