Mein Produktivitätssystem – alles neu oder so.

Irgendwann dieses Jahr ist es passiert: Mein Produktivitätssystem ist kaputtgegangen. Es paßte einfach nicht mehr in meinen Alltag zwischen Büro und zuhause und schon gar nicht in das Auf-Zuruf-Arbeiten in der Agentur.

Ich kam eigentlich ganz gut ohne klar.

Nur jetzt, wo ich bedeutend weniger Struktur von außen habe, habe ich wieder das Bedürfnis nach einem Anti-Verpeil-System. Und irgendwie fühlt sich digitale Aufgabenverwaltung gerade so irreal an; es bilden sich schnell „Sedimente“, die zwar nicht erledigt wurden, die ich aber auch nicht löschen mag und die trotzdem irgendwie nicht mehr aktuell sind; Aufgaben aus der „Ich könnte mal“-Kategorie, die auf einem Papiersystem schon längst bedenkenlos weggeschmissen worden wären (wenn’s wichtig ist, denke ich ohnehin irgendwann wieder daran). Andere, vor allem un-digitale Arbeiten, etwa „Badezimmerlampe reparieren“, werden darin gerne mal nicht erfaßt.

Irgendwie war mir mal wieder mehr nach Papier. Und darum habe ich mein altes Pinboard wiederbelebt. Es dient mir jetzt als primitives Kanban Board mit drei Spalten: „To Do“, „In Progress“ und Done. Was mir so als To Do einfällt, wird azf Zetteln unter „To Do“ angepinnt, sobald ich es angefangen habe, wird es nach „In Progress“ verschoben und „Done“ erklärt sich von selbst. (Bei Aufgaben, die ich mir selbst stelle, habe ich so gut wie nie das Problem, daß der Zustand „erledigt“ unzureichend definiert ist.) Montag morgens wird die Spalte „Done“ leergeräumt.

Das läßt sich bis jetzt ganz gut an. Zwar ist „To Do“ gerne mal rappelvoll, aber was unter „In Progress“ hängt, bleibt bis jetzt sehr überschaubar.

Parallel habe ich angefangen, mit Unscheduling zu experimentieren. Aber damit stehe ich noch ganz am Anfang. Ich erhoffe mir davon, daß es mir hilft, den Fokus auf das zu legen, was ich schaffe, statt mir Schuldgefühle für die Zeit zu machen, die ich unkonzentriert verplempere; daß es mir hilft, Zufriedenheit über die Zeit zu empfinden, die ich konzentriert arbeite.