Warum ich aufgehört habe, Evernote zu benutzen

Evernote ist ja ein Dienst, den viele für sehr nützlich halten. Mich eingeschlossen. Bis mir vor einigen Wochen auffiel, daß ich ihn kaum noch benutze. Weshalb?

Das eine Zauberwort heißt Geschwindigkeit, das andere Stabilität. Das neue Webinterface brachte ein paarmal meinen Browser zum Absturz, seither mag ich es nicht mehr benutzen.
Da ich auf dem Computer im Büro keine Adminrechte habe, kann ich dort keine Programme installieren. Ich habe zwar ein Evernote auf einem USB-Stick, doch irgendwie denke ich inzwischen sehr selten daran, das aufzurufen. Ich kann dieses Evernote auch nicht im Tray verstecken, sondern es hockt die ganze Zeit dick und fett in meiner ohnehin mit viel zu vielen Programmen zugestopften Taskleiste.

Noch mieser sieht es auf meinen heimischen Linuxsystemen aus. Zwar läuft Evernote unter wine, und mit Nevernote (das ich hier besprochen habe) gibt es einen durchaus funktionsfähigen Klon. Allein: Beide sind nicht unbedingt sparsam mit den Ressourcen meiner nicht so üppig ausgestatteten Computer. Ich höre schon die Aufforderung: “Ja, dann kauf dir halt mal einen schnelleren Computer.” Warum sollte ich in leistungsfähigere Hardware investieren, nur damit ein paar Programme, die verschwenderisch mit Ressourcen umgehen, den Computer für alltägliche Aufgaben halbwegs flüssig laufen lassen? Ich sehe ein, daß ich für Echtzeit-Audiobearbeitung, Videoschnitt oder aktuelle Spiele leistungsfähige Hardware brauche, aber für eine Notizverwaltung? Die soll auch auf meinem Netbook funktionieren.

Ideen wandern seither viel eher in Textdateien, in mein Thinkingrock, in eine Mindmap oder direkt als Entwurf in mein Blog. Auf meinen Linux-Systemen habe ich Tomboy lieben gelernt, vor allem im Zusammenspiel mit Gnome Do. Das ist so schnell, so geschmeidig in den Desktop eingefügt und so schlank, daß Evernote da kaum mithalten kann – und ich kann Verknüpfungen zwischen einzelnen Notizen anlegen, ein Feature, das Evernote nicht bietet. Daß Tomboy nur mit Text arbeitet, kommt mir sogar entgegen: geschätzte 99% meines Notiz-Bedarfs sind plain text. Formatierungen, Bilder etc. kann ich meistens vernachlässigen. Zwischen meinen Linux-Computern synchronisiere ich die Tomboy-Notizen über Dropbox. Die Suche arbeitet wesentlich schneller als die von Evernote und die Notizen kann ich über die Desktopsuche finden.
Überhaupt ist diese nahtlose Integration von etlichen Werkzeugen ein Grund, warum ich den GNOME-Desktop so mag.

Vielleicht wird sich das alles ändern, wenn ich mir mobiles Internet zulege. Dann nämlich könnte Evernote wieder für mich von Nutzen sein. Daß das auf meinen Computern einschließlich Webinterface stabil und schnell läuft, wäre auch in diesem Fall ein echter Zugewinn.

3 Gedanken zu „Warum ich aufgehört habe, Evernote zu benutzen

  1. Hallo! “Gnome Do” ist zwar echt cool, aber leider mag ich Gnome 3 nicht. Gnome2 war wunderbar! Und ich finde eine ToDo-Verwaltung (für mich) sollte auf dem Telefon, auf dem Macbook und auch im Windows-PC die gleichen Tasks anzeigen können. Ich such mal weiter! :) cu

  2. Was mir gerade einfiel: Gnome Do und Gnome 3 vertragen sich auch nicht so gut. Unter Gnome 2 funktionierte das noch sehr geschmeidig.
    Ich bin mittlerweile auf xfce umgestiegen, was mich von der Performance her sehr überzeugt und alles hat, was ich von meinem Desktop will. Tomboy läuft da leider nicht, jetzt muß ich eine neue Lösung fürs Notieren finden. Das noch recht junge cherrytree wirkt zwar etwas mächtiger, als ich das brauche, aber vielversprechend. Und es kann von Tomboy importieren.

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