
Seit gut zehn Jahren bin ich im Internet unterwegs und mittlerweile schon berufsbedingt ein Poweruser. Dabei fallen eine Menge Logindaten an, die sich kein Mensch merken kann. So benutzt man dann für viele Webseiten aus reiner Faulheit dasselbe Paßwort, das zwecks besserer Merkbarkeit im schlimmsten Fall aus leicht zu erratenden Daten besteht – etwa dem Namen des ersten Haustiers, der Heimatstadt oder ähnlichen Daten. Abhilfe bieten Paßwortdatenbanken; ich nutze seit über zwei Jahren keepass für diesen Zweck.
keepass speichert Paßwörter in einer verschlüsselten Datenbank, so daß man sich nur noch das Master-Paßwort merken muß. Legt man irgendwo einen neuen Account an, generiert es auf Wunsch Paßwörter zufällig; wie lang es sein soll, läßt sich nach Geschmack und Sicherheitsbedürfnis festlegen (denn: je länger und komplexer, desto schwerer zu knacken), bis zu 20 Zeichen sind möglich. Die enthaltenen Zeichenarten können dabei nach Bedarf ausgewählt werden: darf das Paßwort z.b. Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen, Sonderzeichen, Unterstrich enthalten? Zusätzlich zeigt der Generierungsdialog die Stärke der Verschlüsselung an. So weiß man stets, wie sicher das – gewählte oder zufällig generierte – Paßwort ist. In einem Datensatz kann man auch die URL und den Usernamen speichern, was der Grübelei, wie denn jetzt der Username war, ein Ende setzt.
Tastenkürzelfunktionen in KeePass
Vom Öffnen der URL im Standardbrowser bis zum Einfügen von Username und Paßwort kann KeePass über Tastenkürzel gesteuert werden. Nützlich finde ich besonders die Autotype-Funktion, die mit Strg+V automatisch Username und Paßwort einfügt. Nur der Cursor muß hierfür an der richtigen Stelle stehen.
Per Copy & Paste kann man Usernamen und Paßwörter natürlich ebenfalls einfügen. Die Zwischenablage wird nach 10 Sekunden automatisch geleert, so daß versehentlichem Einfügen oder Mißbrauch ein Riegel vorgeschoben ist. Weitere Notizen können in einem Kommentarfeld eingetragen werden, des weiteren sind Dateianhänge zu einzelnen Schlüsseleinträgen möglich. Der Speicherort der Datenbank kann frei bestimmt werden. Man kann sie dadurch per Dropbox oder ähnlichen Diensten zwischen verschiedenen Rechnern bequem synchron halten.
Achtung: Versionszweige!
Die neueste Version ist Version 2.09, Version 1.17 wird allerdings noch zum Download angeboten. Mit 2.09 bearbeitete Dateien lassen sich mit Version 1.17 nicht mehr öffnen. Da ich auf meinem System keine zusätzliche Laufzeitumgebung extra für dieses Programm installieren wollte, läuft auf meinem Linux der inoffizielle Port der Version 1.17 KeePassX.
KeePass ist für Windows (auch als Portable App), Mac und (als inoffizieller Port KeePassX) für Linux verfügbar sowie ab Version 2.08 als plattformübergreifende Anwendung mit der Laufzeitumgebung Mono. KeePass ist Open Source und unter GPL veröffentlicht. In Ubuntu gehört es bereits seit Ubuntu 7.10 Gutsy Gibbon zu den Repositories.
Hier geht es zur Projektseite von keepass und hier gibt es KeePassX.
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